Noch fünf Bieter für Unterhaltungssparte
Übernahmeprüfung für Vivendi-Verlagssparte ausgesetzt

Die europäische Kommission hat die Prüfung der geplanten Übernahme des europäischen Verlagsgeschäfts von Vivendi Universal durch den französischen Mischkonzern Lagardere ausgesetzt.

Reuters BRÜSSEL/PARIS. Die Wettbewerbsbehörde brauche weitere Informationen über bestimmte Märkte von den involvierten Unternehmen, begründete Kommissionssprecherin Amelia Torres am Mittwoch in Brüssel den Schritt. Diese sollten noch im Juli eingereicht werden. Eine Entscheidung in dem Verfahren werde aber nun erst im Dezember statt zu dem zuvor anvisierten Termin Anfang Oktober erwartet, fügte sie hinzu.

Die Behörde hatte Anfang Juni eine intensive, viermonatige Prüfung des Übernahmevorhabens von Lagardere eingeleitet und diese Entscheidung mit Sorgen über die Auswirkungen des Geschäfts auf den Wettbewerb begründet. Lagardere würde durch die Übernahme mehr als 60 Prozent des französischen Buchvertriebsmarktes kontrollieren. In Branchenkreisen wird erwartet, dass Lagardere Geschäftsbereiche verkaufen muss, um wettbewerbsrechtliche Bedenken auszuräumen.

Die beiden Unternehmen hatten die Übernahme aller Verlagsbeteiligungen von Vivendi außerhalb der USA durch Lagardere für 1,25 Milliarden Euro im Oktober vergangenen Jahres angekündigt. Der französisch-amerikanische Konzern Vivendi, der auch seine Unterhaltungssparte zum Kauf anbietet, will mit den Erlösen seinen Schuldenberg von 14 Milliarden Euro verringern.

Wettbewerb um Vivendi Entertainment

Fünf Interessenten haben nach Angaben aus verhandlungsnahen Kreisen die zweite Runde des Bieterwettbewerbs um die Unterhaltungssparte des hoch verschuldeten Medienkonzerns Vivendi Universal erreicht.

Der französisch-amerikanische Konzern habe das Angebot des Ölmagnaten Marvin Davis von der Liste der potenziellen Käufer gestrichen, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters in der Nacht zum Mittwoch aus den Kreisen. Übrig blieben damit die US-Medienkonzerne Liberty Media und Viacom, der zu General Electric gehörende TV-Sender NBC, das Filmstudio Metro-Goldwyn-Mayer und der frühere Universal-Eigentümer Edgar Bronfman. Vivendi habe sich zudem entschieden, das Musikgeschäft nicht zusammen mit der Unterhaltungssparte Vivendi Universal Entertainment (VUE) zu verkaufen und die Interessenten gebeten, ihre Offerten anzupassen, hieß es in den Kreisen.

Vivendi hatte am Dienstag nach einer Verwaltungsratssitzung lediglich mitgeteilt, mit ausgewählten Bietern in vertiefte Verhandlungen eintreten zu wollen, aber keine Namen genannt. Der Konzern will seine Unterhaltungssparte verkaufen, um mit dem Verkaufserlös seinen Schuldenberg von rund 14 Milliarden Dollar zu reduzieren. Eine Entscheidung soll bis September fallen. Zu VUE gehören das Filmstudio Universal, mehrere Kabel-TV-Sender und Freizeitparks.

Bronfman-Sprecher Tod Hullin bestätigte am Dienstagabend die weitere Teilnahme des Investors in dem Bieterprozess. Nach dem Willen Vivendis werde man eine neue Offerte ohne die Musiksparte abgeben. "Wir glauben, dass die beiden Teile zusammengehören, aber wir werden unser Angebot der Forderung Vivendis anpassen", sagte Hullin. Ein Beteiligter sagte, Vivendi glaube an eine baldige Erholung in der Musikbranche, die seit drei Jahren mit sinkenden Umsätzen zu kämpfen hat, und wolle deshalb die weltweit größte Musikgruppe Universal Music behalten.

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