Noch gilt der Cach in Dortmund als gesetzt
Mehr Nervosität, bitte!

Trainer Sammer warnt Dortmunds Spieler vor dem Abstiegskampf - und ist in dieser Rolle selbst wenig überzeugend.

DORTMUND. Zwölf Punkte Rückstand auf Tabellenführer Bremen, acht auf den Dritten Leverkusen: die als Minimalziel ausgegebene Qualifikation für die Champions League gerät in Dortmund allmählich aus dem Blickfeld. Die Geschäftsführung der börsennotierten Borussia weigert sich noch, eine Gewinnwarnung für das Kerngeschäft Fußball auszusprechen, doch Trainer Matthias Sammer blickt den abgründigen Tatsachen ins Auge. "Noch sind wir nicht im Abstiegskampf", aber diese es-wird-schon-wieder-Mentalität sei gefährlich. "Eine gewisse Nervosität ist angebracht, unsere Situation ist extrem."

Sammer gilt in Dortmund immer noch als gesetzt. Doch der kontinuierliche Abwärtstrend der vergangenen Wochen und Monate hinterlässt auch bei ihm Spuren. Mittlerweile ist selbst der VfL Bochum als neuer Tabellenfünfter an den Borussen vorbeigezogen. Sammer führte nach dem 1:2 in Mönchengladbach allerlei Gründe an für den Niedergang: Schiedsrichter Steinborn habe den Gladbachern unmittelbar vor Asanins Siegtor einen Freistoß geschenkt, Kehl habe den Flankengeber Korzynietz vor der ersten Gladbacher Führung nicht energisch genug angegriffen, ein Klassespieler wie Rosicky müsse in prekärer Situation "auch mal das 2:1 machen" und so weiter und so weiter.

All diese Punkte mögen zutreffen, aber Sammer beschränkt sich von Spiel zu Spiel darauf, die konkreten Gründe für das Scheitern aufzuzählen, auf eine grundsätzliche Diskussion lässt er sich nicht ein, offenbar aus Furcht, die wenigen gesunden Spieler, die ihm noch bleiben, zu vergrätzen, oder die Jungen, auf die er wegen einer langen Verletzungsserie angewiesen ist. Wenn Sammer einen Profi wie Rosicky angreift, rudert er sogleich zurück. "Ich will Rosi nicht kritisieren, aber er muss seine Verantwortung kennen und die Dinger in Zukunft reinmachen. Wenn er damit nicht umgehen kann, dann wird es problematisch."

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