Noch größeres Engagement in Asien
Mitsubishi kann auf neue Daimler-Hilfe zählen

Der deutsch-amerikanische Automobilhersteller Daimler-Chrysler erwägt, sein Asiengeschäft weiter auszubauen. So kann der japanische Automobilhersteller Mitsubishi Motors (MMC) mit neuen Finanzhilfen seines größten Gesellschafters rechnen.

zel/brb HB DÜSSELDORF/STUTTGART. Die Stuttgarter prüfen, die MMC-Nutzfahrzeugsparte Fuso aus dem japanischen Konzern auszugliedern und mehrheitlich zu übernehmen. Daimler-Chrysler ist bereits heute größter Nutzfahrzeug-Hersteller der Welt.

Der Stuttgarter Konzern behandelt das Thema mit Vorsicht: In Stuttgart bestätigte ein Sprecher lediglich, dass man die Fuso-Ausgliederung aus MMC untersuche: "Wir müssen dieses Jahr die Strategie dafür formulieren". Die mehrheitliche Übernahme von Fuso sei dabei nur eine von mehreren Optionen. Der Sprecher widersprach jedoch Spekulationen, der Konzern erwäge eine Kapitalerhöhung für MMC insgesamt. Am 1. Juni wird der frühere Daimler-Manager Rolf Eckrodt Präsident von Mitsubishi Motors.

"Unentdeckte Leichen im Keller"

Intern sind zusätzliche Investitionen in Japan nicht unumstritten. Denn MMC ist ein Sanierungsfall und schiebt einen Schuldenberg von 13 Mrd. Euro vor sich her. In Stuttgart gibt es deshalb Warnungen vor "unentdeckten Leichen im Keller". Baustellen habe Daimler-Chrysler ohnehin genug. So hatte die US-Autosparte Chrysler 2001 einen Milliardenverlust zu beklagen, das Lkw-Geschäft leidet weltweit unter der schlechten Stimmung. Andererseits gilt gerade der asiatische Markt als Wachstumsregion.

Seit Mitte März machen sich Daimler-Manager ein Bild über Mitsubishi. Im Juni werden die Untersuchungen abgeschlossen, nach Informationen des Handelsblatts will der Daimler-Vorstand danach entscheiden. Nach Ansicht von Branchenkreisen würde eine Ausgliederung der profitablen Nutzfahrzeug-Tochter aus Mitsubishi Sinn machen. Denn Fuso ließe sich als Perle von MMC sofort problemlos bei Daimler-Chrysler unterbringen.

MMC-Schulden müssen voll konsolidiert werden

Im Gegensatz dazu gelten die hohen Schulden von MMC als Hauptbelastung für das Daimler-Engagement in Japan. "Wenn Daimler-Chrysler kontrollierenden Einfluss besitzt, müssen die Schulden von MMC voll konsolidiert werden", sagt Georg Stürzer, Automobilanalyst der Hypo-Vereinsbank. Die Folge: Der japanische Partner würde den Stuttgartern die Bilanz verhageln. Daimler ist mit 37,3 % größter Aktionär bei den Japanern. Am heutigen Montag wird MMC einen ersten Sanierungserfolg verkünden, zum ersten Mal nach drei Jahren konnte Mitsubishi wieder einen kleinen Gewinn erwirtschaften. Fuso, weltweit zehntgrößter Lkw-Hersteller, produziert 60 000 Fahrzeuge. Die Sparte hat laut WestLB einen Unternehmenswert von etwa 1,5 Mrd. Euro.

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