Noch haben sie keinen starken Fernsehsender
Es wird einmal in Amerika

Am Samstag boxt Wladimir Klitschko in Las Vegas um den Titel - beide Brüder wollen ihre Karriere in die USA verlagern.

BERLIN. Was spielt es für eine Rolle, dass Wladimir Klitschko eigentlich gar kein Ukrainer ist, sondern Kasache. Der jüngere der beiden Klitschkos wurde nämlich in Semipalatinsk geboren. "Weil unser Vater beim Militär war, mussten wir schon als Kinder dauernd umziehen", hatte Wladimir Klitschko einmal erzählt. Vor 28 Jahren war der Dienstort des früheren Luftwaffenoberst der Roten Armee eben Kasachstan. Vor fast 33 Jahren war es noch Belowodsk in Kirgisien. Dort kam Wladimirs Bruder Witali zur Welt. Ein bisschen Ruhe und eine Heimat fand die Familie Klitschko in Kiew, Ukraine. Aber was heißt das schon. Seit mehr als sieben Jahren leben die beiden boxenden Schwergewichtler in Hamburg. Das tun sie sehr erfolgreich. Beide haben promoviert, beide sind höflich und sprechen gut Deutsch. Kurzum: Die Klitschkos sind längst Adoptivsöhne des deutschen Profiboxens. Doch ausgerechnet jetzt, da beide kurz davor stehen, Weltmeister zu werden, orientieren sie sich neu. Nach Amerika.

In der Nacht auf Sonntag boxt Wladimir Klitschko in Las Vegas um den vakanten WM-Titel der WBO. Sein Gegner ist der Amerikaner Lamon Brewster. Zwei Wochen später steigt Witali Klitschko in Los Angeles in den Ring. Im Staples Center trifft er im Kampf um den WM-Titel des WBC auf den Südafrikaner Corrie Sanders, der vor ziemlich genau einem Jahr Wladimir Klitschko in Hannover ausgeknockte und den WM-Titel abgenommen hatte. Seitdem ist einiges passiert im Hause Klitschko.

Im Dezember des vorigen Jahres gewannen beide Klitschkos ihre Boxkämpfe beeindruckend. Witali schlug in New York den hoch eingeschätzten Kirk Johnson. Wladimir bezwang in Kiel den Amerikaner Danell Nicholson. Beide erboxten sich damit jeweils eine WM-Chance. In dieser Zeit ließen die Klitschkos über eine Anwaltskanzlei eine Feststellungsklage einreichen. Die Boxer wollten vor der Zivilkammer des Hamburger Landgerichts feststellen lassen, dass ihr mit der Hamburger Universum Box-Promotion geschlossener Vertrag am 30. April 2004 endet. Vor wenigen Tagen hat das Gericht entschieden, dass die bestehenden Verträge zwischen den Klitschkos und Kohl noch nicht am 30. April enden. Kohl hatte rechtzeitig eine Option gezogen, nach der sich die Dauer des Vertrages um die verletzungsbedingte Ausfallzeit der beiden Boxer verlängert. Wie lange aber die boxenden Brüder an ihren Promoter Klaus-Peter Kohl gebunden sind, klärte das Gericht nicht, weil das nicht Bestandteil der Feststellungsklage war.

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