Noch in 2001 Entscheid zu Stammzellen-Import
Bundesregierung lehnt Einfuhrverbot für Stammzellen ab

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) will noch in diesem Jahr über die öffentliche Förderung eines Bonner Forschungsprojekts mit humanen embryonalen Stammzellen entscheiden.

ink BERLIN. Zwar folgte der zuständige DFG-Hauptausschuss am Dienstag der Bitte der Politik und des DFG-Präsidiums, die Entscheidung zurückzustellen. Um die Bonner Wissenschaftler Otmar Wiestler und Oliver Brüstle nicht endlos warten zu lassen, legte die DFG jedoch gleichzeitig fest, dass eine Entscheidung spätestens am 7. Dezember 2001 gefällt werden soll - und zwar "auf Grundlage der dann geltenden Gesetzeslage".

Bis dahin sollen sowohl der Nationale Ethikrat als auch die Enquetekommission des Bundestages "Recht und Ethik der modernen Medizin" Stellungnahmen vorlegen. Aber da das Embryonenschutzgesetz bis Dezember nicht geändert werden soll, gilt ein positiver Entscheid über den Antrag der Bonner Forscher als wahrscheinlich. Das Gesetz verbietet nur die Herstellung humaner embryonaler Stammzellen, nicht aber deren Import.

Am Montag hatten sich die Spitzen von SPD und Grünen auf einen gemeinsamen Bundestagsantrag geeinigt, in dem die Wissenschaftler aufgefordert werden, den Stellungnahmen der Enquete-Kommission, des Ethikrates sowie der DFG nicht vorgreifen. Einen Importstopp lehnt die Bundesregierung indes ab. Dagegen hält die CDU an ihrer Forderung nach einem Moratorium fest. Sonst werde die Chance vertan, für den Bundestag Zeit zu gewinnen, ohne dass am Parlament vorbei Fakten geschaffen würden, sagte Norbert Hauser, Berichterstatter der CDU/CSU-Fraktion für die EU-Biopatentrichtlinie.

Unterdessen versicherte das Münchner Uniklinikum Großhadern, es werde auf absehbare Zeit keine Forschung mit menschlichen embryonalen Stammzellen betreiben. Zuvor war bekannt geworden, dass die Klinik bereits über derartige Stammzellen aus den USA verfügt. Das Bundesforschungsministerium teilte mit, dass laut einer Blitzumfrage an den staatlichen Forschungseinrichtungen außerhalb der Universitäten derzeit nicht an embryonalen Stammzellen gearbeitet werde.

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