Noch in dieser Jahreshälfte
Chiphändler ACG will Standorte schließen

Der Wiesbadener Chip-Händler ACG ist im zweiten Quartal 2002 operativ wieder in die roten Zahlen gerutscht. Für die zweite Jahreshälfte verspricht sich die Gesellschaft positive Effekte aus der Restrukturierung und rechnet im Gesamtjahr weiterhin mit einem operativen Gewinn.

Reuters WIESBADEN. Angesichts der angespannten Lage auf dem Halbleitermarkt sei in den Monaten April bis Juni vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) ein Verlust von 0,758 Millionen Euro entstanden, teilte ACG am Montag mit. Im ersten Quartal wurde noch ein operativer Gewinn von 1,8 Millionen Euro verbucht. Der Fehlbetrag habe sich auf 1,3 Millionen Euro belaufen, nach einem Überschuss von 0,11 Millionen Euro in den ersten drei Monaten 2002. Die Ergebniserwartungen der Analysten wurden verfehlt. Die im Nemax 50 gelistete ACG-Aktie gewann 9,6 Prozent auf 1,93 Euro.

Den Umsatz bezifferte der unabhängige Komponenten- und Technologielieferant für Chips, Chipkarten wie Telefonkarten und Geldkarten (Smart Cards) und kontaktlose Technologien für das zweite Quartal mit 75,9 Millionen Euro, nach 67,7 Millionen Euro im Vorquartal. Von Reuters befragte Analysten hatten im Mittel mit einem Umsatz von nur 68,8 Millionen Euro gerechnet. Beim Ebitda erwarteten sie jedoch einen Verlust von lediglich 0,12 Millionen Euro. Die Schätzungen reichten von minus 2,54 Millionen Euro bis plus 1,8 Millionen Euro. Den Fehlbetrag hatten die Experten mit 0,87 Millionen Euro prognostiziert.

Liquide Mittel schrumpfen

Für die ersten sechs Monate 2002 ergibt sich den Angaben zufolge ein Umsatz von 143,6 (Vorjahr 186,3) Millionen Euro, ein Ebitda von 1,0 (5,1) Millionen Euro und ein Fehlbetrag von 1,2 (minus 45,3) Millionen Euro. "Mit den Ergebnissen sind wir angesichts des noch äußerst schwierigen Marktumfeldes zufrieden und liegen im Rahmen unserer Erwartungen für das Geschäftsjahr 2002", kommentierte ACG-Chef Cornelius Boersch.

Zurückhaltende Nachfrage nach Smart-Cards

Im Bereich Technology Services habe vor allem der anhaltende Preisdruck auf elektronische Bauelemente die Ergebnisentwicklung belastet. Umsatz und Ebitda lagen daher deutlich unter dem Vorjahreswerten. Allerdings habe sich die Auftragslage weiter stabilisiert, hieß es. Der unter Überkapazitäten leidende Halbleitermarkt erhole sich nur langsam. ACG profitiert als Zwischenhändler vor allem von Märkten, in denen Chips knapp und die Preise daher hoch sind. Die zögerliche Investitionsbereitschaft der Industrie habe zudem zu einer zurückhaltenden Nachfrage nach Smart-Cards im zweiten Quartal geführt. Das Ebitda sei im Geschäftsbereich Identification Technologies im ersten Halbjahr bei konstantem Umsatz negativ ausgefallen.

Die liquiden Mittel hätten sich zum 30. Juni auf 16,9 Millionen Euro belaufen nach 21,6 Millionen Euro Ende 2001. Den Rückgang begründete ACG mit Investitionen ins Anlagevermögen, der Tilgung von Bankverbindlichkeiten sowie dem im ersten Halbjahr entstandenen Nettoverlust.

Ferner kündigte ACG an, in der zweiten Jahreshälfte die Anzahl der Standorte auf 31 von derzeit 36 verringern zu wollen. Vor allem Deutschland, Brasilien, Frankreich und die USA seien davon betroffen. Die eingeleiteten Restrukturierungen seien indes weitgehend abgeschlossen und dürften sich im dritten und vierten Quartal niederschlagen. Für das Gesamtjahr geht ACG weiterhin von einem positiven Ebitda und Ebit aus.

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