"Noch ist einiges im Argen"
Geldtransporteure warten auf Euro-Aufträge

Bei der bundesweiten Verteilung von Euroscheinen und-münzen drohen Engpässe bei den Geldtransporteuren. "Bei der Auslieferung bis zum Jahresende kann es Probleme geben, wenn sich die Banken nicht bereits von September an mit Euro-Scheinen und-münzen bevorraten." Diese Mahnung äußerte der Geschäftsführer der Bundesvereinigung Geld- und Wertdienste, Harald Olschok.

dpa BAD HOMBURG. Bisher gingen die Bestellungen bei den 160 im Verband organisierten Unternehmen nur schleppend ein. "Noch ist einiges im Argen." Olschok rechnet jedoch nicht damit, dass die Bundeswehr kurz vor Jahresende noch als Nothelfer einspringen muss.

Die Branche mit 8000 Angestellten verfügt nach seinen Angaben über einen Fuhrpark von 2200 gepanzerten Fahrzeugen, die aus Sicherheitsgründen zum Teil mit Satelliten-Ortung ausgestattet sind. 6000 bewaffnete Mitarbeiter seien direkt im Geldtransport eingesetzt. Der Rest übernehme Dienstleistungen wie Geld zählen oder sortieren.

Bei der größten Geldumtauschaktion aller Zeiten in den zwölf Euro- Ländern müssen allein in Deutschland 71 500 Tonnen Euro-Münzen und 2,5 Milliarden neue Geldscheine ausgegeben werden. Banken, Einzelhandel und Automatenbetreiber können sich bereits vom 1. September an eindecken und damit vier Monate bevor der Euro gesetzliches Zahlungsmittel wird. So soll verhindert werden, dass die heiße Umtauschphase im Januar und Februar 2002 chaotisch über die Bühne geht.

"Wenn das Gros der Transportaufträge erst im Dezember kommt, wird es eng", sagte Olschok. Nach seinen Angaben müssen Kleingeld und Scheine bundesweit von rund 250 Geschäftsstellen der Landeszentralbanken zunächst zu Banken und Sparkassen gebracht werden. In der Transportbranche sei wegen der logistischen Herkulesaufgabe bereits Urlaubssperre angeordnet worden.

Der Verband hofft auf eine enge Zusammenarbeit mit Banken, Handel und Polizei bei der Umsetzung des seit langem vorliegenden Sicherheitskonzepts. "Bei besonders gefährdeten Transporten rechnen wir mit Polizeibegleitung."

Die jüngsten Überfälle auf Geldtransporter sieht Olschok noch nicht als Alarmsignal: "Seit Jahresbeginn gab es bundesweit fünf Überfälle. Das sind nicht mehr als im Vorjahreszeitraum.» 2000 habe es insgesamt 13 Überfälle auf gepanzerte Fahrzeuge gegeben. Auf Poststellen und Bankfilialen aber rund 1000. "Für die Sicherheit der Transporte ist viel getan worden. Das weiß auch die kriminelle Szene."

Die Geldtransportunternehmen versprechen sich von der Euro- Bargeldeinführung eine Sonderkonjunktur. Der Umsatz von rund 600 Millionen DM im Jahr 2000 werde um zehn bis 20 Prozent steigen, erwartet der Verbands-Chef.

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