Noch kein Angebot im Tarifstreit
Pilotenvereinigung droht mit Streik bei City-Line

Im Tarifstreit bei der Lufthansa-Regionalflugtochter City-Line hat die Pilotenvereinigung Cockpit ein baldiges Angebot des Konzerns gefordert. Ein Streik sei jederzeit möglich, sagte Cockpit-Verhandlungsführer Michael Mages am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur (dpa) in Neu-Isenburg.

dpa/Reuters HB NEU-ISENBURG. Die Piloten werden einen Streik den Angaben zufolge nicht im Vorfeld ankündigen. "Wir werden die Öffentlichkeit erst informieren, wenn der Streik beginnt", sagte ein Sprecher der Pilotenvereinigung.

Die Ankündigung von City-Line, Ende Februar ein neues Angebot vorzulegen, klinge nach einem Spiel auf Zeit. "Damit kann sich keiner zufrieden erklären. Wir sind seit Anfang Juli vergangenen Jahres in Verhandlung." Eine City-Line-Sprecherin wies die Kritik zurück und sagte: "Auf Zeit spielen, das ist absurd." Bereits am 9. Januar habe City-Line ein Angebot für Ende dieses Monats angekündigt. Daran werde sich das Unternehmen halten. Nach den Terroranschlägen in den USA müsse erst eine vernünftige Kalkulationsgrundlage gefunden werden. Am Freitag hatten sich bei der Urabstimmung 97,5 % der Piloten und Kopiloten für Arbeitskampfmaßnahmen ausgesprochen, um höhere Gehälter zu erzwingen.

Cockpit nannte keine Details zu den Forderungen für die 650 Piloten und Kopiloten. Ziel sei aber, den Abstand zum Einkommen der Cockpitcrews bei der Konzernmutter Lufthansa nicht größer werden zu lassen. Darüber hinaus solle er perspektivisch sogar kleiner werden. Aus diesem Grund bilde der Tarifvertrag des Konzerns die Rahmenbedingungen für die City-Line-Verhandlungen.

Lufthansa und Pilotenvereinigung hatten sich im vergangenen Jahr erst nach wochenlangen Verhandlungen, mehreren Streiks und unter Schlichtung von Ex-Außenminister Hans-Dietrich Genscher auf einen Tarifabschluss geeinigt. Demzufolge erhielten die 4 200 Piloten und Kopiloten der Lufthansa für 2001 Einkommenserhöhungen von 12 % zuzüglich einer Einmalzahlung von zwei Monatsgehältern, was sich insgesamt auf rund 30 % addierte. Die Lufthansa hatte die Kosten dieses Pakets auf insgesamt rund 125 Mill. Euro beziffert. Unter anderem diese zusätzlichen Personalaufwendungen sowie die Kosten für die Streiks hatten die Lufthansa dazu bewegt, ihre Gewinnprognose für 2001 zu senken.

Sollten die rund 660 Piloten der Städteverbindungen spezialisierten City-Line tatsächlich streiken, dürften die Auswirkungen auf den Flugverkehr nach Einschätzungen von Experten nicht so drastisch sein wie die bei der Lufthansa 2001. Die Lufthansa biete zu den Strecken der Tochterlinie häufig eigene Parallelverbindungen an, weshalb ein massenhaftes Stranden von Passagieren im Falle eines Streiks nicht unbedingt zu erwarten sei. City-Line steuert mit 67 Jets von 13 deutschen Flughäfen Ziele in 21 europäischen Ländern an. Im vergangenen Jahr flogen rund sechs Millionen Passagiere mit der Luftfahrtgesellschaft.

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