Noch kein Bekenntnis zum Anschlag
Als Jude verkleideter Selbstmörder zündet Bombe

Im jüdischen Westteil Jerusalems hat sich nach Polizeiangaben am Dienstag ein als orthodoxer Jude verkleideter Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt und dabei mindestens 13 andere Menschen verletzt. Jerusalems Polizeichef Mickey Leva sagte zu Journalisten: "Polizisten sahen, dass er ein Araber war, der sich als Jude gekleidet hatte, und stoppten ihn."

Reuters JERUSALEM. Die Polizisten hätten eine weitaus größere Tragödie verhindert, da der Attentäter sonst eine belebtere Gegend erreicht hätte. Der Attentäter sei tot.

Die Explosion ereignete sich nach den Polizeiangaben während der Rush-Hour gegen 07.45 (06.45 Uhr MESZ) auf der Niviim Straße nur ein Block vom dem Pizza-Restaurant entfernt, wo am 9. August ein palästinensischer Selbstmordattentäter 15 Menschen mit in den Tod gerissen hatte. Beim nahe gelegenen Biklur Holim Krankenhaus hieß es, man habe 13 Verletzte, darunter die beiden Polizisten, behandelt. Ein Polizist sei schwer verletzt worden.

Levy sagte, der Selbstmordattentäter "sei völlig in die Luft gesprengt worden". Ein Bekenntnis zu dem Anschlag lag zunächst nicht vor. Zu den Bombenanschlägen am Montag in Jerusalem hatte sich die Volksfront für die Befreiung Palästinas (PFLP) bekannt, deren Chef eine Woche zuvor bei einer gezielten israelischen Militäraktion getötet worden war.

Bei den jüngsten Unruhen sind mindestens 554 Palästinenser und 157 Israelis getötet worden. Der außenpolitische Beauftrage der Europäischen Union, Javier Solana, wollte noch am Dienstag im Gaza-Streifen mit Palästinenser-Präsident Jassir Arafat zusammentreffen. Ziel ist ein Treffen mit Israels Außenminister Shimon Peres zu vermitteln, von dem dann die Vereinbarung eines Waffenstillstands erwartet wird.

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