Noch kein Ende der Talfahrt
Zahl der Arbeitslosen gesunken

Der milde Frühling und das neue Job-Aqtiv-Gesetz zeigen am Arbeitsmarkt deutliche Wirkung. Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im März um 140 100 auf 4 156 000 zurückgegangen.

dpa NÜRNBERG. Das waren nach Angaben der Bundesanstalt für Arbeit (BA) zwar immer noch 156 400 mehr als im März 2001. Es ist der höchste Stand in einem Monat März seit drei Jahren. Der Abstand zum Vorjahr hat sich aber erneut verringert, berichtete der neue Chef der Bundesanstalt, Florian Gerster, am Dienstag in Nürnberg.

"Obwohl wichtige Frühindikatoren eine deutliche konjunkturelle Belebung der Wirtschaft erwarten lassen, ist das Ende der Talfahrt auf dem Arbeitsmarkt noch nicht in Sicht", sagte der neue Vorstandsvorsitzende der BA. Erst im zweiten Halbjahr werde der Arbeitsmarkt auch von einer wirtschaftlichen Belebung erfasst werden. Bis zu den Sommerferien sei jedoch allein schon aus saisonalen Gründen mit einem deutlichen Rückgang der Arbeitslosigkeit zu rechnen. Der Nachfolger von Bernhard Jagoda geht von einer guten sechsstelligen Zahl pro Monat aus.

In den alten Bundesländern sank die Zahl der Arbeitslosen binnen Monatsfrist um 106 500 auf 2 682 600 (Quote: 8,0 Prozent), in den neuen Ländern um 33 600 auf 1 473 400 (Quote: 18,8 Prozent). Bundesweit lag die Arbeitslosenquote im März bei 10,0 Prozent nach 10,4 Prozent im Februar und 9,8 Prozent vor einem Jahr. Als positives Signal wertete Gerster, dass die saisonbereinigte Zahl der Erwerbslosen erstmals seit Ende des Jahres 2000 wieder zurückgegangen ist. Im Westen sank sie um 5000 auf 2,587 Millionen, im Osten um 3000 auf 1,381 Millionen.

Dagegen lag die Zahl der Erwerbstätigen im Januar - dem letzten statistisch erfassten Monat - saisonbereinigt mit 38,61 Millionen um 130 000 unter dem Wert des Vorjahresmonats. Auch der Zugang an offenen Stellen sank in den ersten drei Monaten dieses Jahres im Vergleich zum Vorjahr um knapp 20 000 auf 820 000. Gerster: "Das ist ein unerfreuliches Ergebnis, aber auch eine Auswirkung der Überprüfung der Vermittlungsstatistik." Die Zahl der Kurzarbeiter war im März mit 257 700 doppelt so hoch als vor zwölf Monaten.

Auf dem Ausbildungsstellenmarkt gibt es laut Gerster noch keine Entwarnung. Bis zum Herbst sei zwar bundesweit ein rechnerischer Ausgleich zwischen Bewerbern und Lehrstellen zu erwarten. Dies dürfe jedoch nicht über eine Unterversorgung in den neuen Ländern und einigen Regionen im Westen hinwegtäuschen. Gerster appellierte an die Wirtschaft, den Ausbildungskonsens ernst zu nehmen und angesichts des zu erwartenden Fachkräftemangels in den nächsten Jahren bereits jetzt zusätzliche Ausbildungsplätze zur Verfügung zustellen. Die Arbeitgeber sollten auch die neuen Fördermöglichkeiten für die Qualifizierung älterer Mitarbeiter nutzen.

Der neue BA-Chef sah bei seiner ersten Pressekonferenz in Nürnberg keinen Anlass, von der Prognose seines Vorgänger abzurücken. "Ich gehe davon aus, dass es im Durchschnitt des Jahres 2002 bei der Zahl von 3,9 Millionen Arbeitslosen bleiben wird." Dagegen zeigte sich Gerster zuversichtlich, dass der im Haushalt der BA veranschlagte Bundeszuschuss von zwei Milliarden Euro nicht in vollem Umfang benötigt werde.



Arbeitsmarktdaten Deutschland

 

März 2002

Febr 2002

März 2001

Arbeitslose4.156.016 Mill.4.296.157 Mill.3.999.585 Mill.
Quote10,0%10,4%9,8%
saisonbereinigt3,968 Mill.


(rev. v. 3,979)
3,976 Mill.3,809 Mill.
saisonbereinigte Veränderung gg. Vormonat- 8.000+1.000+11.000
Kurzarbeiter257.669246.425130.000
Offene Stellen527.130486.508528.000
Quelle: Bundesanstalt für Arbeit



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