Noch kein Termin für weitere Gespräche
Streit um US-Flugzeug in China dauert an

Gespräche Chinas und der USA über die Flugzeugkollision vor der chinesischen Küste sind ohne Einigung zu Ende gegangen. Die US-Delegation reiste am Freitag aus Peking ab. Ein Sprecher der chinesischen Botschaft in den USA drohte mit "verheerenden Folgen", sollten die USA wie geplant Waffen an Taiwan liefern.

rtr PEKING. Delegationsleiter Peter Verga sagte vor dem Abflug, einen Termin für neue Gespräche gebe es nicht. Strittig sind die Rückgabe des US-Aufklärungsflugzeugs, das seit dem Zusammenstoß mit einem chinesischen Abfangjäger Anfang April in China festgehalten wird, sowie die Fortsetzung der US-Spionageflüge vor der chinesischen Küste. Uneins sind sich China und die USA auch über den Hergang des Vorfalls am 1. April. Beide Länder geben dem Piloten der Gegenseite die Schuld an dem Zusammenstoß, nach dem der chinesische Pilot abstürzte und die US-Maschine in China notlanden musste.

Verga sagte: "Derzeit ist kein Termin (für neue Gespräche) festgesetzt. Wir rechnen damit, wieder von der chinesischen Regierung zu hören." Verga hatte die zweite Gesprächsrunde am Donnerstag noch als "sehr produktiv" bezeichnet. Alle Themen auf der Tagesordnung seien angesprochen worden, sagte Verga. Am Mittwoch allerdings wären die Gespräche fast gescheitert.

Die USA haben den chinesischen Piloten, der bei dem Zusammenstoß offenbar ums Leben kam, für den Zwischenfall verantwortlich gemacht. Der Pilot sei bei einem Abfangmanöver zu dicht an die amerikanische Turboprop-Maschine vom Typ EP-3 heran geraten und habe sie gerammt. Das chinesische Außenministerium indes veröffentlichte unmittelbar nach Abschluss der Gespräche mit den USA am Donnerstag eine animierte Grafik, derzufolge eine plötzliche Kursänderung des US-Aufklärers den Absturz des chinesischen Jets verursachte.

China warnt USA vor Waffenlieferungen an Taiwan

Ein Sprecher der chinesischen Botschaft in den USA warnte vor geplanten US-Rüstungslieferungen an Taiwan, das von China als abtrünnige Provinz angesehen wird. Taiwan will von den USA unter anderem hochmoderne Zerstörer mit dem Raketenabwehrsystem "Aegis" und dieselgetriebene U-Boote kaufen. Der chinesische Sprecher sagte, wenn die USA noch im April den Rüstungsverkauf beschlössen, so werde dies "verheerende Folgen" für die bilateralen Beziehungen haben.

Derweil begann Taiwan ein Manöver zur Abwehr eines simulierten chinesischen Überfalls. Unter anderem wurden dabei raketenbestückte Kampfflugzeuge vom Typ F-5E sowie Kampfhubschrauber mit US-Raketen des Typs "Hellfire" eingesetzt, die in Scheinattacken schwimmende Ziele angriffen. An dem Manöver "Han Kuang" (Ruhm Chinas) waren nach Angaben des taiwanischen Kommandeurs alle Waffengattungen beteiligt.

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