Noch keine Einigung über Verkauf von Mitsubishi-Anteilen
Volvo-Chef verhandelt offenbar mit Daimler-Chrysler

Volvo-Chef Leif Johansson hält sich zurück: Dass die Volvo AB mit der Daimler-Chrysler AG über einen Verkauf ihrer Mitsubishi-Motors-Anteile spreche, wollte er gestern in München nicht offiziell bestätigen. Der Vorstandsvorsitzende des Lastwagen-Herstellers deutete im Gespräch mit dem Handelsblatt jedoch an, dass das schwedische Unternehmen in Kontakt mit Daimler-Chrysler stehe. "Da gibt es Klärungsbedarf", sagte Johansson auf der Baumaschinen-Messe Bauma.

jojo MÜNCHEN. Seit Wochen halten sich Gerüchte, Volvo sei unzufrieden mit seiner Beteiligung an Mitsubishi und wolle die Anteile verkaufen. Der Brummi-Hersteller hatte sich für eine Nutzfahrzeug-Allianz 1999 an den Japanern mit 5 % beteiligt. Inzwischen ist der Anteil allerdings auf 3,3 % gesunken. Im vergangenen Jahr stieg Daimler-Chrysler mit 34 % bei Mitsubishi Motors ein. Die Stuttgarter haben eine Option, die Mehrheit zu übernehmen und konzentrieren sich derzeit auf die Zusammenarbeit im Pkw-Bereich.

Daimler-Chrysler - Drei-Monatsverlauf

Daimler-Chrysler wollte sich gestern nicht zu Gesprächen mit Volvo äußern. In unternehmensnahen Kreisen wird jedoch vermutet, dass Daimler-Chrysler auf eine schnelle Lösung drängt. Am Mittwoch nächster Woche ist die Hauptversammlung von Daimler-Chrysler - und zu dieser Gelegenheit könnte der Fahrzeug-Hersteller den Abschluss des Deals verkünden, hieß es.

Mitsubishi hat gestern mitgeteilt, das Unternehmen sei von Daimler-Chrysler über Gespräche mit Volvo informiert worden. Mitsubishi sei allerdings nicht an den Verhandlungen beteiligt und wisse auch keine Details.

Volvo-Chef Johansson betonte, dass die Allianz mit den Japanern seit der Fusion mit Renault nicht mehr die frühere Bedeutung habe. Volvo hat seinen Lkw-Bereich mit der Lkw-Tochter von Renault zusammen gelegt. Während Volvo auf schwere Lkw spezialisiert ist, runde Renault das Angebot mit leichteren Fahrzeugen ab, so Johansson.

Ausbau der Lkw-Sparte Nissan Diesel

Renault ist stark auf den japanischen Fahrzeug-Hersteller Nissan ausgerichtet und stellt dort die Konzernspitze. Deshalb wollen die Franzosen auch die Lkw-Sparte Nissan Diesel ausbauen. Nissan Diesel sei zu klein, um eine komplett neue Modell-Palette selbst zu entwickeln, sagte Renault-Chef Louis Schweitzer jüngst in Tokio. Renault selbst könne durchaus ein Partner für Nissan Diesel bei leichten Nutzfahrzeugen und Volvo einer bei schweren Nutzfahrzeugen sein.

Volvo AB bezeichnet sich als zweitgrößten Lkw-Hersteller der Welt. Die Nummer eins ist Daimler-Chrysler. Volvo AB ist die frühere Nutzfahrzeug- und Schwermotoren-Sparte von Volvo. Der Pkw-Bereich gehört zu Ford.

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