Noch keine endgültige Entscheidung gefallen
Kirch sieht Chancen für Verkauf des Springer-Pakets an WAZ

Der Medienunternehmer Leo Kirch sieht trotz der ablehnenden Haltung im Gesellschafterkreis der WAZ noch immer Chancen für einen Verkauf seiner Springer-Beteiligung an die Essener Mediengruppe.

dpa/HB MÜNCHEN/ESSEN. Kirch verhandelt bis zur letzten Sekunde über den Verkauf seiner 40-prozentigen Beteiligung, hieß es am Montag im Umfeld des Medienunternehmers.

Zwar habe sich ein Teil der WAZ-Gesellschafter gegen den Einstieg bei Springer ausgesprochen. Eine endgültige Entscheidung sei aber noch nicht gefallen.

Die WAZ bekräftigte, derzeit gebe es wegen der ablehnenden Haltung zweier Gesellschafter keine Grundlage für einen Einstieg beim Axel Springer Verlag. Um den Kauf von Kirchs Aktienpaket an Springer zu ermöglichen, müssten alle fünf Anteilseigner der WAZ-Gruppe zustimmen.

An diesem Dienstag will Kirch vor dem Landgericht München darum kämpfen, noch bis zum Monatsende über das Paket verfügen und seine Verhandlungen voran treiben zu dürfen. Gelingt ihm dies nicht, könnte das Paket schon an diesem Tag an die Deutsche Bank gehen. In einem nächsten Schritt könnte das Aktienpaket dann an den Schweizer Ringier-Verlag fallen.

Nach Angaben der WAZ-Gruppe gibt es noch keinen formellen Beschluss aller Gesellschafter. Es liege nur die Aussage der Funke-Seite vor, bei der die Mehrheit der drei Beteiligten - Grotkamp-, Schubries- und Holthoff-Stamm - den Einstieg ablehne. Die Brost-Seite mit den Gesellschaftern Anneliese Brost und Erich Schumann habe sich bislang nicht offiziell geäußert.

Fristverlängerung ist bis zur letzten Minute möglich

Einer bedeutenden Verlagsentscheidung müssen alle Einzelgesellschafter zustimmen. Die WAZ-Gruppe wird zu gleichen Teilen von den Familiengesellschaften der ehemaligen WAZ-Gründer Brost und Funke beherrscht.

Aus WAZ-nahen Kreisen verlautete, als Hindernis würden die Haltung der Kartellbehörden und die Vinkulierung der Aktien (Übertrag der Aktien nur mit Zustimmung möglich) mit der ablehnenden Haltung der Springer-Seite gegenüber der WAZ angesehen.

Um etwas mehr Zeit für seine Verkaufsverhandlungen zu gewinnen, hat sich Kirch nach Informationen aus Branchenkreisen auch um eine außergerichtliche Einigung mit der Deutschen Bank über eine Fristverlängerung bemüht. Beim Landgericht München wurde der Termin Kirch gegen die Deutsche Bank an diesem Dienstag, dem 10. September, bis zum Montagnachmittag aber noch nicht abgesagt. "Dies ist aber bis fünf Minuten vor dem Termin möglich", sagte ein Gerichtssprecher.

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