Noch keine Entscheidung
Bombardier hält an Stellenabbau fest

Der kanadische Schienentechnik-Konzern Bombardier hält an seinen Plänen für einen weiteren Stellenabbau in Deutschland fest.

HB/dpa BERLIN. Trotz der Beilegung des Streits über die Vergabe von Nahverkehrsaufträgen müssten die Kapazitäten angepasst werden, sagte der Präsident von Bombardier Transportation, Pierre Lortie, am Dienstag auf der Bahntechnikmesse Innotrans in Berlin. Die Ausfälle durch den Investitionsstopp der Deutschen Bahn könnten nicht kompensiert werden. Nähere Angaben wollte Lortie nicht machen. Eine endgültige Entscheidung werde in den nächsten Wochen getroffen.

Der weltgrößte Bahnbauer hatte im Sommer angekündigt, wegen vorerst ausbleibender Aufträge der Deutschen Bahn in Deutschland mindestens 500 Stellen zu streichen und Kapazitäten anzupassen. Alle deutschen Bombardier-Standorte stünden auf dem Prüfstand, hieß es seinerzeit. Bombardier Transportation, das 2001 den Konkurrenten Adtranz von DaimlerChrysler übernommen hatte, beschäftigt in Deutschland an elf Standorten 9 400 Mitarbeiter. Betroffen sind von den Plänen laut Bombardier die drei Werke Vetschau und Hennigsdorf (beide Brandenburg) sowie Ammendorf in Sachsen-Anhalt.

Hintergrund der Kürzungspläne war der Streit über die Vergabe von Aufträgen für Nahverkehrsleistungen. Die Bundesregierung hatte jedoch kürzlich eine Änderung der Vergabeverordnung beschlossen, die den für den Regionalverkehr zuständigen Ländern neben Ausschreibungen befristet auch die so genannte freihändige Auftragsvergabe ermöglicht. Der Novelle muss aber noch der Bundesrat zustimmen. Die Deutsche Bahn pocht auf langfristige Verträge und hatte wegen des Streits Bestellungen für neue Nahverkehrszüge auf Eis gelegt.

Übergangsphase könnte verkürzt werden

Lortie sagte, auch wenn die neue Vergabeverordnung jetzt in Kraft treten würde, reiche die Zeit nicht mehr, um die Auswirkungen der Abbestellungen aufzufangen. Allerdings könnte die Übergangsphase verkürzt werden. Den bisherigen Plänen zufolge soll das Drehgestellwerk Vetschau verkauft werden. Ammendorf soll schrittweise in einen Service-Standort umgewandelt werden. Das bisher größte deutsche Werk Hennigsdorf soll laut Lortie ein "sehr wichtiges Endmontagewerk" bleiben neben seiner Funktion als Verwaltungs- und Entwicklungsstandort. Lortie bekräftigte, dass Bombardier "natürlich den Umfang der Kapazitäten der Nachfrage anpassen" müsse.

Der mit Abstand weltgrößte Bahntechnikkonzern mit 36 000 Beschäftigten hat im ersten Halbjahr 2002 nach eigenen Angaben mehr als die Hälfte aller weltweit in der Branche ausgeschriebenen Aufträge eingefahren. Der Auftragsbestand habe sich Ende Juli auf mehr als 15 Mrd. Euro belaufen, 2 Mrd. mehr als zum Ende des abgelaufenen Geschäftsjahres 2001/02 (31. Januar).

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