Noch keine heiße Spur
ETA-Attentat löste weltweit Empörung aus

Die EU-Kommission und Bundeskanzler Schröder zeigten sich empört über das blutige Vorgehen. Beide kündigten der spanischen Regierung ihre Unterstützung im Kampf gegen den Terrorismus an.

dpa MADRID. Das blutige Bombenattentat der baskischen Separatistenorganisation ETA auf einen hohen spanischen Richter und seine Begleiter hat weltweit Empörung ausgelöst. Die EU-Kommission in Brüssel sagte der spanischen Regierung am Dienstag ihre Unterstützung im Kampf gegen den Terrorismus zu. Auch UN-Generalsekretär Kofi Annan verurteilte den blutigsten ETA-Anschlag seit fünf Jahren.

Bundeskanzler Gerhard Schröder versicherte nach Angaben des spanischen Rundfunks in einer Botschaft, dass die Deutschen mit den Spaniern im Kampf gegen den Terror solidarisch seien. Tausende von Spaniern demonstrierten am Dienstag auf Schweigekundgebungen vor den Rathäusern in allen Teilen des Landes gegen den Terror. Für den Abend war eine Großkundgebung in Madrid geplant, an der auch Ministerpräsident Jose Maria Aznar sowie die Führer der wichtigsten Parteien und Gewerkschaften teilnehmen wollten.

Wie Spaniens Polizeichef Juan Cotino mitteilte, verfolgen die Fahnder bei der Suche nach den Terroristen noch keine heiße Spur. Bei dem Attentat hatten die Terroristen in Madrid eine Autobombe mit etwa 25 Kilogramm Sprengstoff zur Explosion gebracht, als der Richter Francisco Querol Lombardero vom obersten spanischen Gerichtshof mit seinem Dienstwagen vorbeifuhr. Der 69-jährige Jurist sowie sein Leibwächter und Fahrer kamen ums Leben. Sie wurden am Dienstag beigesetzt.

64 Passanten und Anwohner wurden bei dem Attentat verletzt, darunter auch mehrere Kinder. 500 Wohnungen wurden beschädigt. Ein Linienbus geriet ebenfalls in Brand. Der Fahrer schwebte in Lebensgefahr. Aus Protest gegen das Attentat legten die 1 600 Madrider Busfahrer am Dienstag für fünf Minuten die Arbeit nieder.

Der Präsident der EU-Kommission, Romano Prodi, sagte in Brüssel: "Ich bekräftige die Entschlossenheit der Kommission, alle ihre durch den (EU-) Vertrag zu Verfügung stehenden Instrumente zur Stützung der europäischen Politik gegen den Terrorismus einzusetzen." Der Erzbischof von Madrid, Kardinal Antonio Maria Rouco Varela, betonte bei der Trauerfeier für die Opfer: "Es gibt keine Idee und kein politisches Programm, die es wert sind, dass auch nur ein Menschenleben dem Terrorismus zum Opfer fällt." Die ETA verübte in diesem Jahr 32 Anschläge. Dabei wurden 19 Menschen getötet.

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