Noch keine Lösung
Zähe Verhandlungen über die MobilCom-Zukunft

Bei den Gesprächen über die Zukunft des Telefondienstleisters MobilCom gibt es nach Angaben des Großaktionärs France Telecom noch keine Lösung.

rtr PARIS. "Im Moment haben wir (dazu) nichts anzukündigen", sagte France Telecom-Finanzchef Jean-Louis Vinciguerra am Dienstag bei einer Telefonkonferenz über den Quartalsbericht. Für das erste Quartal wies France Telecom sowohl für den Konzern als auch für seine Mobilfunk-Tochter Orange ein Umsatzplus aus und bekräftigte seine Ziele für 2002.

Analysten waren enttäuscht, dass bei MobilCom noch immer eine Lösung aussteht. Der Kurs der France Telecom-Aktien fiel um 1,52 % auf 27,91 ?, auch die Orange-Titel gaben knapp ein Prozent nach auf 6,50 ?, während der Gesamtmarkt leicht im Plus lag.

Noch keine Lösung für die Zukunft von Mobilcom

"Wir setzen die Gespräche mit Mobilcom und den Banken fort und hoffen, in den nächsten Wochen eine Lösung zu finden", sagte Vinciguerra. Aus Verhandlungskreisen war zuvor bekannt geworden, die bei der geplanten Übernahme von Mobilcom mit France Telecom zusammenarbeitenden Investmentbanken müssten bis Mitte Mai eine Offerte vorlegen. Ansonsten bestehe das Risiko, dass Mobilcom seine Verbindlichkeiten nicht bedienen könne.

Orange teilte derweil mit, es sei unwahrscheinlich, dass sie den Großteil der Mobilcom-Verbindlichkeiten tragen werde. Den Plänen zufolge soll ein Bankenkonsortium das am Frankurter Neuen Markt gelistete Unternehmen zunächst übernehmen und die Beteiligung dann an France Telecom weiterreichen. Zur Schonung der eigenen Bilanz will der mehrheitlich staatliche Telekomkonzern, der für 2001 mit mehr als acht Mrd. ? seinen ersten Nettoverlust der Firmengeschichte verzeichnet hatte, erst 2005 die bei den Banken geparkten Mobilcom-Anteile durch Ausgabe von Orange-Aktien erwerben.

France Telecom profitiert von Wachstum bei Orange

France Telecom, die über Orange 28,5 % an Mobilcom hält, teilte mit, im erste Vierteljahr sei der Umsatz um 5,6 % auf 10,60 Mrd. ? gestiegen. Dies lag am unteren Ende der Analystenerwartungen. Bei Orange sei der Umsatz um 16 % auf 3,96 Mrd. ? geklettert.

Orange trug den Angaben nach mit 3,85 Mrd. ? im ersten Quartal zum Konzernumsatz bei, wobei sich die Zahl der Orange-Abonnenten auf 40,5 Mill. erhöhte. Die Entwicklung bei Orange, das mit dem britischen Rivalen Vodafone um die Marktführerschaft in Europa ringt, habe den Umsatzrückgang im Festnetz-Geschäft ausgeglichen, wo der Umsatz um 4,5 % auf 4,766 Mrd. ? gefallen sei. Für das Gesamtjahr 2002 stellte Konzernchef Michel Bon ein zweistelliges prozentuales Umsatzwachstum in Aussicht. Im Kerngeschäft werde der Gewinn zudem stärker zulegen als der Umsatz.

Analysten zeigten sich trotz der Umsatzsteigerung im Rahmen der Erwartungen von der Geschäftsentwicklung enttäuscht. Neben der ungelösten Mobilcom-Übernahme verwiesen sie auf das Festnetzgeschäft. "Die Leute sind besorgt über das Festnetzgeschäft, das stärker als erwartet einbrach", sagte ein Händler in Paris. "Der zweite besorgniserregende Aspekt ist, dass für das Mobilcom-Problem noch keine Lösung gefunden worden ist", fügte er hinzu. Paul Mount von Credit Lyonnais Securities sagte: "Die Zahlen waren weitgehend wie erwartet." In einem schwachen Marktumfeld sei das aber nicht genug.

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