Noch keine Notwendigkeit zum Handeln
Japanische Notenbank bleibt bei Nullzinspolitik

Die Bank von Japan (BoJ) hat am Mittwoch trotz erster Anzeichen für eine allmähliche Erholung der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft ihre Geldpolitik erwartungsgemäß unverändert gelassen. Damit bleibt die japanische Notenbank bei ihrer De-Facto-Nullzinspolitik.

Reuters TOKIO. Die BoJ teilte nach zweitägigen geldpolitischen Beratungen in Tokio mit, das Ziel für die Höhe der Bankreserven bei der Zentralbanken bleibe bei zehn bis 15 Billionen Yen (rund 84 bis 126 Milliarden Euro). Ebenfalls wie bisher werde die Notenbank monatlich Staatsanleihen für rund eine Billion Yen zurückkaufen. Gleichzeitig bekräftigte sie, den Geldmarkt mit mehr Liquidität zu versorgen, sofern dies nötig werde. Die BoJ hatte zuletzt wiederholt angedeutet, sie werde erst von ihrer lockeren Geldpolitik abrücken, wenn die seit drei Jahren währende Deflation in Japan beendet sei.

Die Märkte hatten trotz jüngster Anzeichen für eine Belebung der Konjunktur mit einer Beibehaltung der bisherigen Geldpolitik gerechnet. Die Aktienmärkte und auch der Yen reagierten daher kaum auf die Entscheidung.

"Die Wirtschaft ist noch nicht in einer Situation, in der die BoJ handeln müsste", sagte Minako Iida von Deutsche Securities. Noch sei ein Ende des Preisrückgangs in Japan, der die reale Schuldenlast von Unternehmen und Haushalten erhöht, nicht absehbar. "Die BoJ wird daher noch eine Zeit lang ihrer lockere Geldpolitik beibehalten", sagte Iida.

Im ersten Vierteljahr war die japanische Wirtschaft nach der Rezession des vergangenen Jahres erstmals wieder gewachsen und zwar um real 1,4 Prozent zum Vorquartal. Analysten hatten den Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) vor allem mit starken Exporten begründet. Die Verbraucherpreise waren im April in der Kernrate zum Vorjahr um 0,9 Prozent gesunken.

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