Noch keine Prognose für 2002
EM.TV verringert Verlust

Das Münchener Medienunternehmen EM.TV & Merchandising AG zögert nach einer Verringerung des operativen Verlusts in den ersten neun Monaten weiterhin, eine konkrete Umsatz- und Ergebnisprognose für das Gesamtjahr abzugeben.

Reuters UNTERFÖHRING. Die Entwicklung des Medienmarktes sei weiter von erheblichen Unsicherheiten geprägt, teilte das Unternehmen am Montag in seinem Zwischenbericht für den Zeitraum von Januar bis September 2002 mit. Zudem sei die Entwicklung der Beteiligungen des Unternehmens "unverändert nicht exakt planbar", hieß es. Daher bleibe es bei der Entscheidung, keine Geschäftsprognose für das Gesamtjahr zu geben.

Bei der Neuausrichtung des Medienunternehmens seien aber Fortschritte erzielt worden, hieß es weiter. In den ersten neun Monaten habe EM.TV auf Basis bereinigter Zahlen seinen Verlust vor Zinsen und Steuern (Ebit) im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 41 Prozent auf 62,5 Millionen Euro verringert.

EM.TV hat sich seit dem Amtsantritt des neuen Vorstandschefs Werner Klatten im Herbst vergangenen Jahres von vielen Beteiligungen getrennt. Ohne die Bereinigung von Entkonsolidierungseffekten besteht daher kaum eine Vergleichbarkeit der Zahlen.

Unter dem Strich verbuchte das Produktions- und Rechtehandelsunternehmen in den ersten neun Monaten einen Verlust von 115,1 Millionen Euro nach minus 127,5 Millionen Euro ein Jahr zuvor. Der vergleichbare Konzernumsatz sank um zwölf Prozent auf 157,6 Millionen Euro. Dabei hätten sich allerdings die Erlöse im dritten Quartal auf 63,3 Millionen Euro erhöht nach 52,5 Millionen Euro im zweiten Quartal. Dies sei vor allem auf höhere Umsatzbeiträge der Tele München Gruppe sowie der Jim Henson Company zurückzuführen, hieß es.

"Im zweiten Halbjahr haben sich die Rahmenbedingungen für unsere Branche teilweise sogar noch weiter verschlechtert", erklärte EM.TV-Chef Klatten. Die TV-Sender als wichtigste Kunden rechneten erst im Laufe des nächsten Jahres mit einer Erholung des Werbemarktes, sagte Klatten. Zudem seien die Kapitalmärkte weiterhin schwach. EM.TV sei aber weiterhin in der Lage, bedeutende Umsätze zu erzielen.

Das Unternehmen hatte im Oktober einen Programmrahmenvertrag mit dem Schweizer Fernsehen SF DRS geschlossen. Zudem hatte EM.TV vor einer Woche mitgeteilt, Vermarktungsrechte für die Fußballweltmeisterschaft 2006 zwischen dem Fußballweltverband FIFA und dem Essener KarstadtQuelle-Konzern zu vermitteln.

Die rasche Neuordnung der Beteiligungen habe für EM.TV Vorrang, hieß es weiter. So würden derzeit mit mehreren Interessenten Endverhandlungen über einen vollständigen oder teilweisen Verkauf der Jim Henson Company geführt. Bis Ende diesen Jahres sei fest mit einem Abschluss zu rechnen. Bei den Gesprächen mit Kirch-Media zur Übernahme des restlichen 50-Prozent-Anteils an dem Gemeinschaftsunternehmen Junior TV durch EM.TV werde in Kürze mit einem Ergebnis gerechnet. Zur Formel-1-Beteiligung hieß es, hier könne ein Streit vor Gericht mit den sich auf die Verpfändung der Anteile berufenden Banken nicht ausgeschlossen werden. EM.TV verfolge aber weiterhin das Ziel, mit allen Beteiligten eine einvernehmliche Lösung zu finden.

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