Noch keine Spur
Soldaten suchen verschollene Sahara-Touristen

In der algerischen Sahara suchen inzwischen mehr als 1 200 einheimische Soldaten und Polizisten nach den seit Wochen verschollenen Touristen. Trotz der in der Geschichte des Landes beispiellosen Aktion gab es auch am Mittwoch kein Lebenszeichen von den 29 Verschollenen, von denen 15 Deutsche sind. "Die Suche hat auch heute leider kein Ergebnis gebracht", sagte die Vizesprecherin des Auswärtigen Amtes, Antje Leendertse, in Berlin.

HB/dpa BERLIN. Die zur Unterstützung der Suche nach den verschollenen Touristen nach Algerien entsandten GSG-9-Elitepolizisten sollen nicht in die Wüste reisen. Die drei Nachrichten-Spezialisten der Grenzschutzgruppe 9 (GSG 9) seien und blieben in der Hauptstadt Algier, sagte der Sprecher des Bundesinnenministeriums, Rainer Lingenthal, der dpa in Berlin. Dort würden sie "bei Bedarf den algerischen Behörden mit Rat und Informationen über die deutschen Vermissten zur Seite stehen".

Neben den drei GSG-9-Experten hatte die Bundesregierung am vergangenen Sonntag auch zwei Beamte des Bundeskriminalamts (BKA) nach Algier geschickt. Zuvor war der BKA-Verbindungsbeamte aus Tunis in Algier eingetroffen. Hilfe ist auch von der Schweizer Bundespolizei und aus Österreich unterwegs. Mehrmals am Tag starteten Hubschrauber der algerischen Armee mit Suchkameras. Auch ein amerikanisches Aufklärungsflugzeug sei beteiligt, berichtete die Tageszeitung "Le Quotidien d'Oran" am Mittwoch.

Da die Touristen über Tunesien eingereist seien, werde auch die These verfolgt, dortige Terrorgruppen könnten ihre Hand im Spiel haben, schrieb das Blatt weiter. Sie sollen nach dem Anschlag auf Djerba mit 19 Toten im vergangenen Jahr vom mutmaßlichen El Kaida - Führungsmitglied Chalid Scheich Mohammed gegründet worden sein. Der Scheich ist inzwischen in Pakistan gefasst worden.

Als erstes Kabinettsmitglied reiste wegen des mysteriösen Falls Bundesinnenminister Otto Schily nach Algerien. In Algier traf er am Dienstag seinen Amtskollegen M. Noureddine Yazid Zerhouni. Schily habe festgestellt, dass die dortigen Behörden alle Anstrengungen unternähmen, das Schicksal der Touristen zu klären, teilte das Bundesinnenministerium mit.

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