Noch nicht alle der von EMI vertretenen Künstler haben zugestimmt
EMI stellt seine Musik ins Internet

Im Kampf gegen Musik-Piraterie hat sich der britische Musikkonzern EMI Group am Mittwoch dem digitalen Musikverkauf weit geöffnet: Eine Vereinbarung mit 20 europäischen Internet-Anbietern sieht einen umfassenden Online-Musikvertrieb vor.

Reuters LONDON. Es werde eine neue Technologie genutzt, um viel mehr Musik als bisher zum Herunterladen im Netz bereitzustellen, teilte Emmanuel de Buretel, Chef von EMI Recorded Music Continental Europe, am Mittwoch mit. Von dem kostenpflichtigen Angebot sollen Künstler und Konsumenten gleichermaßen profitieren. Lieder von Norah Jones, Pink Floyd und David Bowie sind unter den 140 000 Songs, die künftig digital verfügbar sein sollen.

20 europäische Websites wie Wanadoo, die von Microsoft betriebene Site MSN, die des Musiksenders MTV oder des Händlers HMV sind an der Vereinbarung beteiligt.

User können die Lieder herunterladen und beliebig verwenden - auf CDs brennen, auf Abspielgeräten wie tragbaren CD-Spielern oder auf der Festplatte ihres Computers nutzen. Darüber hinaus werden im Internet auch Singles sofort digital verfügbar sein, sobald sie das erste Mal im Radio gespielt worden sind.

Die Musikindustrie hatte in vergangener Zeit das Herunterladen von Musik über Internet-Tauschbörsen und den Tausch von Musik-Dateien von Internet-Nutzern untereinander ("peer-to-peer") als auch das Kopieren von CDs für den Einbruch ihrer Verkaufszahlen verantwortlich gemacht. Im Kampf gegen die Online-Piraterie hatte sie mit Kampagnen verstärkt auf die Nutzung legaler und kostenpflichtiger Websites zum Herunterladen von Musik aufmerksam gemacht. "Wir müssen alle legalen Mittel ausschöpfen, um die Piraterie zu erschweren und müssen so viel Musik wie möglich online verfügbar machen", sagte Tony Waidsworth, Chef der EMI Recorded Music in Großbritannien und Irland.

Einige bekannte Musikgruppen haben bislang noch nicht zugestimmt, ihre Musik digital über das Netz vertreiben zu lassen. "Manche Künstler wollen warten und sehen, wie sich der Markt entwickelt", sagte Waidsworth. Nach EMI-Angaben haben aber schon mehr als 90 Prozent der bei ihnen unter Vertrag stehenden Künstler, darunter Lenny Kravitz und Janet Jackson, die europäischen Vereinbarungen unterzeichnet.

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