Noch vor Amoklauf in Erfurt Strichliste mit Lehrernamen verbreitet
Wittenberg: Schüler entschuldigen sich für Todesliste

Fünf Schüler eines Gymnasiums im sachsen-anhaltinischen Wittenberg haben sich für eine Todesliste mit Lehrernamen entschuldigt, die sie noch vor dem Amoklauf von Erfurt in Umlauf gebracht hatten.

ap/WiWo WITTENBERG. Die so genannte "Teacher-Killing-Liste" enthielt auf einem karierten Zettel eine Strichliste mit den Namen zahlreicher Fachlehrer, wie das Magdeburger Kultusministerium am Dienstag einen entsprechenden Bericht des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) bestätigte.

Mit den Schülern sei inzwischen ausführlich geredet worden, sie hätten sich entschuldigt, sagte Ministeriumssprecherin Brigitte Deckstein. Die Direktorin der Schule hatte im Gespräch mit dem Sender berichtet, manche Lehrer seien auf der Liste mit mehreren Strichen, andere nur mit einem bedacht worden.

Der Vorfall habe sich bereits am Mittwoch vergangener Woche ereignet. Erst nach der Bluttat im Erfurter Gutenberg-Gymnasium sei ihr die Liste bekannt geworden.

"Ich wurde am Freitagvormittag von der Klassenlehrerin des 9. Schuljahres informiert, dass es eine solche "Teacher-Killing-List' gibt", sagte die Direktorin. Man habe beschlossen, zunächst mit den Schülern zu reden. Am Montag früh um 07.00 Uhr seien zahlreiche Schüler, darunter die Urheber der Liste, und auch Eltern in die Schule gekommen, um gemeinsam über die Liste und deren Hintergründe zu sprechen.

"Die Urheber haben sich zu ihrer Handlung bekannt und einen Entschuldigungsbrief geschrieben", sagte die Schulleiterin weiter. Sie entschuldige Gewalt nicht. "Ich halte den Schülern aber ihr jugendliches Alter zugute und dass sie sich gemeldet haben", fügte sie hinzu.

Das Kultusministerium habe der Schule sofortige Hilfe angeboten, erklärte Sprecherin Deckstein. Sie sagte, es bestehe der Eindruck, dass sich das Lehrerkollegium "pädagogisch sachgerecht" verhalte, unter anderem wegen der zahlreichen Gespräche mit Schülern und Eltern.

An die Medien appellierte Frau Deckstein, die Sache "nicht unnötig aufzubauschen". Das Gymnasium werde gut allein mit dem Problem fertig. Aus der Schule selbst war keine Stellungnahme zu bekommen. Man wolle sich erst ausführlich im Kollegium beraten, hieß es.

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