Noch vor EADS
Boeing strebt weiter über 60 % Weltmarktanteil an

vwd DAVOS. Boeing Co, Seattle, wird nach den Worten ihres CEO Phil Condit auch 2001 über 60 % der weltweit produzierten Flugzeuge ausliefern. Zwar habe European Aeronautic, Defence and Space Co (EADS), Amsterdam, den Abstand bei den Auslieferungen im vergangenen Jahr weiter schließen können, doch habe Boeing immer noch vor EADS gelegen und werde dies auch in diesem Jahr schaffen, sagte Condit Dow Jones Newswires am Sonntag am Rande des Weltwirtschaftsgipfels in Davos.

Skeptisch äußerte sich Condit zu dem geplanten Airbus A380 von EADS. Zwar habe diese Maschine sicher eine Zukunft, doch stehe sie nicht im Zentrum des Marktes. Der Markt für sehr große Flugzeuge sei begrenzt, da sich die Passagiere, wenn sie die Wahl hätten, immer eher für Punkt-zu-Punkt-Flüge als für "große Sprünge" entschieden. Im Zentrum des Boeing-Marketing stünden Langstreckenmaschinen, mit denen Direktflüge wirtschaftlich zu machen seien.

Umstrittene EU-Subventionen

Zu den umstrittenen Subventionen der EU für das neue Flugzeug sagte Condit, hier komme es darauf an, welche Form die in Rede stehenden Kredite für EADS hätten. Er hätte überhaupt kein Problem, wenn die Regierungen Kredite zu Marktkonditionen ausreichten, und wenn diese Kredite wie an normale Banken zurückgezahlt werden müßten. Bisher allerdings hätten die europäischen Regierungen zinsgünstige Kredite ausgezahlt, die nur im Erfolgsfall rückzahlbar gewesen seien. Damit übernehme de facto die Regierung das Risiko.

Condit wies den in Europa erhobenen Vorwurf zurück, die US-Regierung subventioniere Boeing indirekt über Militäraufträge. Auch EADS, die mit 80 Prozent an dem Airbus-Projekt beteiligt ist, erhalte Militäraufträge, sagte der Boeing-CEO.

Mit Blick auf die US-Konjunktur zeigte sich Condit optimistisch, dass Boeing wegen ihres hohen Diversifikationsgrades auch schwächere Phasen überstehen könne. Der Markt für kommerzielle Flugzeuge sei im Vergleich zu früheren Zeiten recht stabil und die Auslastung der Flugzeuge auf einem Allzeithoch. Von Überkapazitäten könne also keine Rede sein. Zudem mache Boeing 25 % ihres Umsatz mit Serviceleistungen, zum Beispiel Flugzeugreparaturen. Es sei außerdem damit zu rechnen, dass die Bush-Administeration die Militärsausgaben erhöhen werde.

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