NOK und DSB können verschmelzen
Steinbach: "Sporthistorische Chance"

Das Nationale Olympische Komitee für Deutschland (NOK) hat den Weg für eine Verschmelzung mit dem Deutschen Sportbund (DSB) zu einer einzigen Dachorganisation des deutschen Sports frei gemacht.

HB FRANKFURT/MAIN. Das NOK-Präsidium fasste in Frankfurt/Main einstimmig bei einer Enthaltung den Beschluss, schnellstmöglich Gespräche mit dem DSB zu führen. "Das NOK sieht in der heutigen Sitzung eine sporthistorische Chance. Es wird aktiv und konstruktiv an der Neuordnung des deutschen Sports arbeiten - auf Grundlage der Olympischen Charta und der Bedürfnisse der olympischen Sport-Fachverbände und persönlichen Mitglieder", sagte NOK-Präsident Klaus Steinbach.

"Dieser Beschluss ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung", meinte DSB-Präsident Manfred von Richthofen, der die Vereinigung der beiden Dachorganisation vehement fordert. Es sei eine logische Folge, der Druck von außen groß gewesen. Auch der ehemalige Vize-Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Thomas Bach, begrüßte den "wesentlichen Schritt im Hinblick auf die dringend notwendige Neuordnung des deutschen Sports". Am Ende des Prozesses müsse eine einheitliche Organisation stehen, die das Ansehen des deutschen Sports auch auf internationaler Ebene stärkt, sagte das NOK-Präsidiumsmitglied.

Der insgesamt sechs Punkte umfassende Beschluss des NOK beinhaltet auch die Gründung einer "Kommission Strukturreform". Das NOK benannte Präsident Steinbach, Generalsekretär Bernhard Schwank, Schatzmeister Hans-Peter Krämer sowie den Vertreter der Sportfachverbände Rainer Brechtken (Präsident Deutscher Turner-Bund) und Fechter-Bund- Präsident Gordon Rapp als Vertreter des NOK im Bundesvorstand Leistungssport für das Gremium. Der DSB will zügig seine Vertreter benennen.

Gewahrt wissen will das NOK die Autonomie gemäß der IOC-Charta - diese klare Forderung hatten die olympischen Fachverbände und die persönlichen Mitglieder dem NOK vorab bereits mit auf den Weg gegeben. "Es geht um eine Verständigung auf eine neue Struktur, die die alten auflöst", erklärte Steinbach. "Wir meinen es von Seiten des NOK sehr, sehr ernst. Es wird sich zeigen, wie ernst es der DSB meint", betonte der NOK-Präsident.

Die Gespräche sollen "zügigst" aufgenommen werden. "Wenn wir Termine finden, dann noch in diesem Monat", sagte Steinbach. "Nach der Arbeit der Strukturkommission wird die Satzungskommission tätig", erklärte DSB-Präsident von Richthofen. Die Vollversammlungen des NOK und des DSB könnten sich bei einer Einigung Ende 2005 auflösen und den Weg endgültig frei machen für eine einzige Dachorganisation des deutschen Sports. Nach einem Vorschlag von Bach könnte diese unter dem Namen Deutscher Olympischer Sportbund (DOSB) firmieren. Die neue Satzung müsste auch dem IOC zur Prüfung vorgelegt werden.

Steinbach wies noch einmal darauf hin, dass der Begriff "Fusion" aus seiner Sicht falsch ist: "Fusion ist das kürzeste Wort, man muss sich aber vor Augen führen, dass es juristisch bedeutet, dass Zwei zusammenkommen und am Ende Einer übrig bleibt." Dies würden weder das NOK noch der DSB unter dem bevorstehenden Prozess verstehen.

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