Nokia Anführer im Feld der Verlierer
Europas Börsen: Anhaltende Verluste

Die europäischen Börsen haben am Mittwoch fast ausnahmslos tiefer notiert. Der DJ Stoxx50-Index gab 1,8 Prozent auf 3 050 Punkte nach. Pessimistische Prognosen einiger führender US-Technologieunternehmen wirkten sich negativ auf die Titel des Sektors aus.

FRANKFURT/MAIN. Nokia führten das Feld der Verlierer bei den Technologiewerten an; der finnische Telekom-Ausrüster hält am Donnerstag ein Analysten-Treffen ab. Experten erklärten, zwar habe sich die Bewertung der europäischen Aktien nach vier Wochen mit Verlusten verbessert. Doch dürften die Unsicherheiten bezüglich der Unternehmensgewinne, der Erholung der Wirtschaft, der globalen Sicherheit sowie der Geldpolitik einen deutlichen Anstieg verhindern, hiess es weiter.

Kursverluste mussten auch Titel des Bank- und Telekomsektors hinnehmen. Die Banken litten unter dem anhaltenden Gewinnrückgang bei der US-Investmentbank Morgan Stanley. Nordea brachen nach einer Aktienplatzierung ein. Lichtblicke hingegen kamen vom schwedischen Bekleidungsunternehmen Hennes & Mauritz, das ein solides Zwischenergebnis vorgelegt hatte. Der italienische Luxusgüterkonzern Gucci wies zwar ein unter den Erwartungen liegendes Quartalsresultat aus; die Titel gewannen trotzdem 1,2 Prozent.

London

Die Londoner Börse baute die Verluste vom Vortag aus und schloss tiefer. Der FTSE-100-Index büßte 1,1 Prozent auf 4 652 Zähler ein. Als Belastung erwiesen sich einmal mehr Technologie-, Telekom - und Bankwerte. Für weiteren Abwärtsdruck sorgten auch die deutlich gesenkten Prognosen einiger führender US-Technologieunternehmen wie Apple oder AMD. Mit Minus 5,4 Prozent führten die Aktien des Chipdesigners ARM die Liste der Verlierer bei den Tech- und Telekomtiteln an.

Schwächer waren auch Vodafone, Cable & Wireless und mmo2. Abbey National verloren 0,7 Prozent; das Unternehmen hatte letzte Woche eine Gewinnwarnung veröffentlicht. Die Anleger befürchteten, faule Kredite könnten die Banken belasten. HSBC büssten rund zwei Prozent ein.

Zürich

Die Schweizer Aktien verloren am Mittwoch erneut kräftig an Boden. Händler sagten, vor allem einzelne Finanzwerte hätten den Markt nach unten gerissen. Zudem drücke der weiter nachgebende Dollar ebenfalls auf die Kurse. Der SMI schloss 1,7 Prozent schwächer auf 5 972 Punkten. Die Aktien der CS Group und der Versicherungen Zurich, Rentenanstalt, Baloise und Vontobel litten unter grösseren Einbussen. Händler verwiesen auch auf die Spekulationen um Kapitalerhöhungen und auf die Befürchtung, eine Ratingagentur könnte die Bonitätsbeurteilung für CS negativer einstufen. Dazu komme zudem die Sammelklage, die US-Anwalt Ed Fagan gegen die beiden Grossbanken in den USA einreichen wolle.

Paris

Verluste bei Technologiewerten wie Alcatel sowie bei France Telecom drückten die Börse Paris ins Minus. Der CAC-40-Index verlor 1,7 Prozent auf 3 936 Punkte. Die weiter auf sich warten lassende Einigung über die Refinanzierung des deutschen Partnerunternehmens Mobilcom belastete die Titel von France Telecom. Telecom büßten acht Prozent ein. Während Alcatel-Valoren 6,3 Prozent abgaben, verloren die Papiere des IT-Berater Konzerns Cap Gemini rund vier Prozent. Sogar eher defensive Werte mussten Verluste hinnehmen. Dexia lagen ebenso wie Societe Generale rund vier Prozent im Minus.

Frankfurt

Enttäuschende Geschäftsprognosen mehrerer führender US-Technologiekonzerne belasteten nach Händlerangaben auch die deutschen Aktienwerte. "Hier herrscht wieder die Nasdaq-Panik und die Gewinnwarnungen von gestern Abend drücken bei uns alles runter", kommentierte ein Börsianer die Lage. Der Deutsche Aktienindex fiel 1,4 Prozent auf 4 371 Zähler. Die grössten Verluste verbuchten dabei die Technologiewerte. Der Branchenindex für diesen Sektor verlor gegen drei Prozent. Infineon gaben als grösster Verlierer 4,6 Prozent nach, Siemens verloren 3,5 Prozent. Münchner Rück konnten sich mit einem Plus von zwei Prozent teilweise von den Vortagesverlusten erholen.

Benelux

Auch die Benelux-Börsen präsentierten sich schwächer. Der Amsterdamer AEX-Index büßte 1,8 Prozent auf 439 Punkte ein, während der Brüsseler Bel20-Index 1,6 Prozent auf 2 505 Zähler verlor. In Amsterdam standen neben Technologiewerten wie Philips und ASML, die 3,1 und 5,6 Prozent absackten, die Titel des Luxusgüter-Unternehmens Gucci im Fokus der Anleger. Gucci enttäuschte den Markt mit einem schwachen Quartalsergebnis, sagte ein Händler. Nach anfänglichen Verlusten drehte der Wert aber ins Plus und schloss 1,2 Prozent über dem Vortag. In Brüssel drückten Verluste bei Dexia von rund vier Prozent auf den Markt.

Mailand

An der Börse Mailand verlor der Mib30-Index ein Prozent auf 28 377 Punkte. Auf der Verliererliste standen insbesondere Bipop-Carire und Banca di Roma. Während Banca di Roma ihre Vortagesverluste mit einem Minus von 4,5 Prozent ausweiteten, schlossen die Papiere des Roma-Fusionspartners Bipop-Carire rund vier Prozent tiefer. STMicroelectronics fielen drei Prozent.

Madrid

Der Ibex-35-Index der Börse Madrid verlor 1,9 Prozent auf 7 213 Zähler. Als Belastung erwiesen sich Indexschwergewichte wie Telefonica, die 3,3 Prozent nachgaben, oder die beiden Bankkonzerne Banco Bilbao Vizcaya Argentaria und Santander Central Hispano. Händler verwiesen auf die unsichere Zukunft der Wirtschaft Südamerikas. Die in den vergangenen Tagen stark gesuchten Titel des Ölkonzerns Repsol-YPF ermässigten sich um über drei Prozent.

Skandinavien

Belastet von den Kursabgaben bei Nokia gingen die skandinavischen Aktienmärkte tiefer aus dem Handel. Der DJ StoxxNordic-Index büßte 2,4 Prozent auf 271 Punkte ein. Wie anderswo auch standen Telekom - und Technologiewerte auf der Verkaufsliste der Anleger. Nokia gaben 5,8 Prozent nach und die Titel von Konkurrent Ericsson verloren 1,2 Prozent. Die Valoren der grössten nordischen Bank Nordea sackten 5,7 Prozent ab.

Wien

An der Wiener Börse schloss der ATX-Index 0,1 Prozent im Plus bei 1244 Punkten. Auf der Verliererseite standen erneut Erste Bank. Erste Bank notierten 3,7 Prozent im Minus. Telekom Austria seien dagegen positiv aufgefallen, sagte ein Händler. TA zeige "nach Tagen heftigerer Kursverluste jetzt eine Gegenbewegung". Der Titel gewann fünf Prozent hinzu.

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