Nokia-Ausblick enttäuscht
Dax schließt deutlich schwächer

Schwache Geschäftsprognosen des finnischen Telekom-Ausrüsters Nokia haben dem Deutschen Aktienindex (Dax) am Dienstag ein kräftiges Minus beschert. Dabei standen insbesondere die Technologiewerte unter Verkaufsdruck. Weitere Belastungsfaktoren für die Stimmung am Aktienmarkt waren Händlern zufolge die Kursverluste der Banken und fallende US-Börsen.

Reuters FRANKFURT. Börsianer bezeichneten den Nokia-Ausblick als enttäuschend. Der Konzern rechnete für 2002 und 2003 branchenweit mit einem rückläufigen Absatz bei Geräten für die Mobilfunk-Infrastruktur. Außerdem hob der weltgrößte Handy-Hersteller die Prognose eines weltweiten Absatzes von 400 Mill. Mobiltelefonen in diesem Jahr entgegen den Erwartungen nicht an. Unabhängig davon fieberten die Anleger der für Donnerstag erwarteten Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) entgegen.

Kräftige Verluste verbuchten Aktien der Commerzbank und HypoVereinsbank (HVB), die in den vergangenen Tagen auf Grund von Fusionsspekulationen massiv zugelegt hatten.

Der Dax schloss am Dienstag drei Prozent tiefer bei 3 280,49 Zählern, während der Nebenwerte-Index MDax 0,3 % auf 3 156,95 Punkte verlor. Am Neuen Markt fiel derweil der Auswahlindex Nemax 50 um 1,9 % auf 439,71 Zähler. An der Wall Street lag der Dow Jones bei Börsenschluss in Deutschland 1,2 % im Minus bei 8 752 Stellen, während der Nasdaq-Index um 2,2 % auf 1 453 Punkte nachgab.

Warten auf EZB-Entscheidung

Bei der bevorstehenden EZB-Entscheidung rechnen die meisten Marktteilnehmer mit einer Senkung der europäischen Leitzinsen um einen halben Prozentpunkt. Der EZB-Präsident Wim Duisenberg verwies am Dienstag in einer Rede auf den nachlassenden Inflationsdruck, was Börsianer als Signal für einen Zinsschritt werteten. Händler hatten in den vergangenen Tagen mehrfach gesagt, eine Senkung der Leitzinsen könnte den Start einer Jahresendrally einläuten.

Techwerte von Nokia-Ausblick belastet

Der schwache Ausblick von Nokia belastete die Technologieaktien. "Nokia hat einen Ausblick geliefert, der weniger optimistisch war als zuvor", sagte ein Händler. "Das sind natürlich schlechte Nachrichten für Zulieferer wie Epcos oder Konkurrenten wie Siemens." Die Aktien von Epcos verloren 6,8 % auf 16,02 Euro und die von Siemens 3,6 % auf 49,51 Euro.

Commerzbank und HVB lassen Federn

Mit einem Minus von gut sieben Prozent auf 9,60 Euro standen die Aktien der Commerzbank an der Spitze der Dax-Verlierer. "Die Aktie ist insgesamt in den letzten Tagen auf Grund der Fusionsspekulationen zu teuer geworden", sagte der Analyst Thomas Rothäusler von der Bank für Sal. Oppenheim und nannte einen fairen Wert für das Papier von sechs Euro. Es sei aber sehr unwahrscheinlich, dass im ersten Halbjahr 2003 etwas in dieser Richtung geschehe. In den vergangenen Tagen hat die Commerzbank-Aktie auf Grund von Gerüchten um einen Zusammenschluss mit der HVB mehr als 30 % zugelegt. Die HVB-Titel verloren knapp sechs Prozent auf 17,04 Euro, nachdem sie zuvor rund 20 % gewonnen hatten.

Gewinnmitnahmen bei T-Online

Am Neuen Markt rutschten die Aktien von T-Online um knapp vier Prozent auf 6,20 Euro ab. Offenbar hätten viele kurzfristig orientierte Anleger ihre Gewinne aus der Platzierung von T-Online-Papieren vom Vortag eingestrichen, sagten mehrere Marktteilnehmer übereinstimmend. Die Muttergesellschaft Deutsche Telekom hatte zuvor 120 Mill. Aktien von T-Online zu einem Preis von je 6,10 Euro verkauft.

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