Nokia-Aussagen ohne Überraschung
Autotitel hieven den Dax ins Plus

Starke Kursgewinne bei Autotiteln und einigen Technologiewerten haben dem Deutschen Aktienindex (Dax) am Dienstag zu deutlichen Aufschlägen verholfen. Unterstützt durch leichte Gewinne an den US-Börsen ging der deutsche Leitindex mit einem Plus von 1,91 Prozent bei 3 494 Punkten aus dem Handel.

Reuters FRANKFURT. Trotz der Kursgewinne verharre der Markt am Vortag des 11. September aber in einer abwartenden Haltung, sagte ein Aktienhändler. "Ich warte ab und bleibe lieber auf der sicheren Seite", werde bis zum Mittwoch - dem Jahrestag der Anschläge auf New York und das Pentagon vom 11. September 2001 - das Motto vieler Investoren sein. Im Blickpunkt des Handels standen nach positiv aufgenommenen Aussagen verschiedener Automobilherstellern die Aktien dieser Branche. Gefragt waren außerdem nach den Kursverlusten der jüngsten Zeit die Aktien des Traditionsunternehmens Thyssen-Krupp.

Der MDax für mittelgroße Werte schloss gut behauptet bei 3 248 Punkten. Der Stoxx50-Index der wichtigsten europäischen Aktien gewann 2,68 Prozent auf 2 667 Stellen. Am Neuen Markt verlor der Auswahlindex Nemax-50 getroffen von Kursverlusten bei Mobilcom 0,48 Prozent auf 444 Zähler. Zum Frankfurter Handelsschluss notierte in den USA der Standardwerteindex Dow Jones mit 0,14 Prozent im Plus bei 8 530 Stellen, der Technologie-Index der Nasdaq gewann 0,18 Prozent auf 1 306 Punkte.

Nervösität vor dem 11. September

Aktienhändler sagten, die Anleger seien vor dem ersten Jahrestag der Anschläge vom 11. September sehr nervös und zurückhaltend.

Die Käufe seien vermutlich eher kurzfristiger Natur. Andere Händler ergänzten, der drohende US-Angriff auf den Irak und der damit zusammenhängende Ölpreisanstieg werde die Märkte aber in den nächsten Tagen und Wochen immer wieder belasten. Die US-Marine rief unterdessen die Schifffahrt vor allem in der Golf-Region wegen möglicher Anschläge am 11. September zu erhöhter Wachsamkeit auf. Am Terminmarkt kletterte der Preis für ein Barrel Öl der führenden Nordsee-Marke Brent um 0,38 Dollar auf 28,87 Dollar.

Die Aussage des US-Autoherstellers Ford vom Vorabend, im dritten Quartal voraussichtlich einen Gewinn statt des von Analysten erwarteten Verlustes auszuweisen, hat Händlern zufolge den Titeln der Autobranche Auftrieb gegeben. Die Papiere von DaimlerChrysler legten 5,12 Prozent auf 44,12 Euro zu.

Für diese Kursbewegung war Händlern zufolge neben den Aussagen von Ford auch die Bekräftigung des Konzerns verantwortlich, im Lkw-Geschäft in diesem Jahr einen höheren operativen Gewinn zu erzielen als im Vorjahr. Volkswagen-Titel verteuerten sich um 3,49 Prozent auf 45,35 Euro, BMW-Anteilsscheine um 1,54 Prozent auf 37,03 Euro. BMW hat auch im August der weltweiten Flaute auf dem Automarkt getrotzt und seinen Absatz kräftig gesteigert.

Die Kursgewinne der Thyssen-Krupp-Papiere von 6,57 Prozent auf 12,65 Euro erklärten Börsianer mit der anziehenden Stahlkonjunktur und verwiesen dabei auf die Kursgewinne anderer Stahlproduzenten. So verteuerten sich die Titel der britischen Corus um 3,8 Prozent, die der luxemburgischen Arcelor um 4,3 Prozent.

High-Techs profitieren von Nokia

Angesichts des bekräftigten Gewinnziels des weltgrößten Handy-Herstellers Nokia stiegen die Aktien einiger deutscher High-Tech-Titel. Nokia rechnet nach Angaben vom Dienstag weiter mit einem Gewinn je Aktie von 0,15 bis 0,17 Euro im dritten Quartal, geht aber von einem geringeren Umsatz als bisher erwartet. "Die Nokia-Nachricht war nicht wirklich eine Überraschung, und was hilft, ist die bekräftigte Gewinnschätzung", sagte der Fondsmanager Frank Ebersbach von Commerz Asset Managers. Der vielbeachtete Philadephia Stock Exchange Semiconductor Index lag bei am Abend mit knapp drei Prozent im Plus. Infineon-Aktien verteuerten sich um 4,93 Prozent auf 9,79 Euro, Siemens-Papiere stiegen um 2,71 Prozent auf 45,14 Euro.

Telekom-Aktien kletterten um 2,14 Prozent auf 10,52 Euro. Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) hat sich angesichts der aktuellen Börsenverfassung gegen weitere Verkäufe von Anteilen des Bundes an der Telekom ausgesprochen.

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