Nokia belastet die Märkte
Europa: Tech- und Telekomwerte geben nach

Die europäischen Aktienmärkte haben am Donnerstag die im frühen Handel erzielten Gewinne gegen Mittag wieder aufgegeben und zumeist schwächer tendiert. Insbesondere Technologie-Werte litten unter Verlusten.

Reuters LONDON. Der DJ SToxx 50-Index fiel um 0,4 Prozent auf 3635.48 Zähler. Händler machten dafür insbesondere die fast neunprozentigen Abgaben bei Nokia verantwortlich. Zuvor hatte der finnische Mobiltelephonhersteller für das erste Quartal 2002 trotz einer schwachen Nachfrage einen Gewinn über den Markterwartungen ausgewiesen. Allerdings senkte Nokia den Umsatzausblick für das Gesamtjahr. "Nokias Margen waren sehr gut, aber ich bin enttäuscht bezüglich des Ausblicks", sagte ein Analyst. In der Folge tendierten auch andere Telekom - und vor allem Techwerte wie Ericsson, Alcatel oder Vodafone schwächer. Der europäische Technologie-Index schwächte um fast fünf Prozent ab. Im Plus standen dafür aufgrund anziehender Ölpreise die Rohstoffwerte wie Royal Dutch, TotalFinaElf oder ENI.

LONDON - Die Börse London tendierte zum Mittag nur wenig verändert. Der FTSE-100-Index gab 0,03 Prozent auf 5262,3 Punkte nach. Ein Händler bezeichnete die zurückgenommenen Nokia-Prognosen als "sehr negativ" für den Markt. Unter den Telekomwerten verloren Vodafone rund vier Prozent, mm02 sanken um 3,5 Prozent. Auch die Technologiewerte kamen unter Druck: Chipdesigner ARM Holdings fielen über sieben, die Aktien des Softwareuntnehmens Logica gaben über vier Prozent nach.

ZÜRICH - Die Schweizer Aktien tendierten im Verlauf wenig verändert. Der SMI der Standardwerte notierte um 0,1 Prozent tiefer auf 6684,6 Punkten. Novartis und Sulzer fielen mit Gewinnen nach positiven Geschäftsberichten auf. Novartis kletterten rund ein Prozent, nachdem der Konzern eine Gewinnsteigerung im ersten Quartal 2002 um 20 Prozent auf 1,788 Milliarden sfr und eine Umsatzerhöhung um zehn Prozent auf 7,967 Milliarden sfr ausgewiesen hatte. Der Bereich Pharma sei um 14 Prozent auf 5,153 Milliarden sfr gewachsen. Im Gesamtjahr 2002 solle trotz eines niedriger erwarteten Finanzergebnisses ein Rekordgewinn erzielt werden. Sulzer gewannen nach Veröffentlichung des Auftragseingangs der ersten drei Monaten 2002 aktuell 2,6 Prozent hinzu. ABB dagegen gaben einmal mehr kräftig nach.

PARIS - Der CAC-40-Index konnte sich zur Handelshälfte knapp im Gewinnbereich halten und legte 0,01 Prozent auf 4597,7 Zähler zu. Die meisten Blue-Chips bewegten sich jedoch im Minus. Die Aktie des IT-Beraters Cap Gemini gab 2,7 Prozent nach, die des Softwareherstellers Dassault Systemes verlor 2,2 Prozent. Analysten führten den Rückgang bei den Technologiewerten auf die schwachen Quartalszahlen bei der deutschen SAP zurück. Deutlich schwächer waren auch Business Objects , die nach einer Revision der Prognosen 2002 über fünf Prozent sanken. Goldman Sachs stufte das Kursziel der Aktie in der Folge auf 56 Euro von 61 Euro hinunter. Auch Telekomwerte wie Orange oder France Telecom waren schwächer.

FRANKFURT - Der Dax der Frankfurter Börse tendierte um 0,5 Prozent leichter mit 5292,02 Punkten. Belastet habe vor allem die gesenkte Umsatzprognose des weltgrößten Handy-Herstellers Nokia. Der schwache Ausblick laste auf den Aktien der deutschen Technologiefirmen, sagte ein Händler in einer ersten Reaktion. Siemens - und Epcos-Papiere gaben mehr als ein Prozent nach. SAP verlor ebenfalls ein Prozent, was Händler jedoch auf die eigenen schwachen Quartalszahlen zurückführten.

AMSTERDAM/BRÜSSEL - Auch die Benelux-Börsen notierten in der Verlustzone. Der Amsterdamer AEX-Index verlor 0,3 Prozent auf 527,12 Punkte und der Bel20-Index schwächte sich um 0,4 Prozent ab. Auch hier hätten die Nokia-Zahlen Wirkung gezeigt, hiess es. So waren Philips , ASML und UCB mit Verlusten zwischen Minus 1,4 und drei Prozent deutlich schwächer.

MADRID - An der Börse Madrid verlor der Ibex35-Index 0,5 Prozent auf 8356,2 Zähler. Schwergewichte wie Telefonica , BBVA oder Indra waren schwächer. BBVA gaben 1,6 Prozent nach, nachdem zwei Verwaltungsräte im Zusammenhang mit undeklarierten Übersee-Konten ihren Rücktritt angekündigt hatten. Indra schwächten sich um 0,7 Prozent ab. Nachrichten, wonach die französische Luft- und Raumfahrtgruppe Thales ihren sechsprozentigen Anteil an der Firma verkauft habe, belasteten die Titel.

MAILAND - Nach anfänglichen Gewinnen gab auch die italienische Börse in ihrer Tendenz nach. Der Mib 30-Index fiel um 0,3 Prozent auf 33.113 Zähler. Die Verlustliste führten STMicroelectronics und Telekomwerte an. STM sanken um fast vier Prozent, Telecom Italia Mobile notierten rund ein Prozent schwächer, und Telecom Italia verloren 1,2 Prozent. Banken vermochten unter der Führung von Banca di Roma hingegen zuzulegen. Der größtkapitalisierte Wert, Eni , legte fast 1,5 Prozent zu.

STOCKHOLM - Die skandinavischen Aktien notierten deutlich in der Verlustzone. Der DJ StoxxNordic-Index lag bei Minus 3,8 Prozent auf 343,96 Punkten. Der Hauptfokus lag bei den Telekom - und Technologiewerten, wo Nokia fast zehn Prozent herunter sackten und Ericsson über sieben Prozent fielen.

WIEN - Die Wiener Börse zeigte sich zum Mittag etwas fester. Der ATX-Index stieg um 0,3 Prozent auf 1336,82 Punkte. Erste Bank gaben wegen Gewinnmitnahmen 0,2 Prozent nach, Wienerberger tendierten gemäss Händlern technisch bedingt um zwei Prozent fester.

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