Nokia-Prognose belastet Technologiewerte
Deutsche Börsen schließen im Minus

Eine Gewinnwarnung des finnischen Handyherstellers Nokia hat die Technologiewerte an den deutschen Börsen am Dienstag schwer belastet. Zudem drückte eine schwache Eröffnung an den US-Börsen die Kurse. Der Deutsche Aktienindex (Dax) schloss mit einem Minus von rund 1,7 Prozent auf 6 059,15 Punkte. Höhere Verluste verbuchte der Neue-Markt-Index Nemax 50, der um rund 3,9 Prozent auf 1 578,59 Zähler abgab. Der MDax verzeichnete nur ein leichtes Minus von 0,12 Prozent auf 4 770,77 Punkte.

ddp-vwd/dpa-afx FRANKFURT. Am frühen Abend hatten die Einbußen am Neuen Markt sogar bei rund 5,7 Prozent gelegen. Die Vorgaben von der Wall Street waren schwach: Der Dow Jones Industrial büßte bis 20.20 Uhr 0,55 Prozent auf 10 852,80 Zähler ein, der Nasdaq Composite verlor 1,2 Prozent auf 2 145,45 Punkte. Der Euro legte am Devisenmarkt auf 0,8492 $ zu gegenüber 0,8438 am Vorabend. Die Europäische Zentralbank hatte den Euro-Referenzkurs am Mittag bei 0,8474 $ festgelegt. Das waren 0,0020 $ weniger als am Vortag. Gegenüber der D-Mark verteuerte sich die US-Währung damit von 2,3026 auf 2,3080 DM.

Veränderung bei Hypovereinsbank kommt gut an

Im Dax verbuchten nur Hypo-Vereinsbank und Deutsche Telekom Gewinne. Auf den letzten Plätzen sammelten sich nach der Nokia-Gewinnwarnung SAP und die Siemens-Familie: So verloren Siemens 4,64 Prozent auf 79,83 Euro, Epcos 4,44 Prozent auf 70,40 Euro und Infineon 3,99 Prozent auf 39,26 Euro. Auch SAP büßten mit einem Minus von 4,58 Prozent auf 166,50 Euro deutlich ein.

Überraschend stemmten sich T-Aktien gegen den Trend. Die Papiere verteuerten sich bei hohen Umsätzen um 0,25 Prozent auf 23,84 Euro. Neben der bevorstehenden Höhergewichtung des Titels im Dax habe der Kurs auch von der Ankündigung einer Kooperation mit British Telecom beim UMTS-Netzaufbau profitiert, hieß es am Markt. Hypo-Vereinsbank gewannen um 1,38 Prozent auf 57,40 Euro. Marktbeobachter begründeten dies mit der angekündigten Zusammenlegung des Filialnetzes, wodurch Kosten im dreistelligen Millionenbereich eingespart werden sollen.

Die Anteilsscheine von Thyssen-Krupp zählten mit minus 3,58 Prozent auf 16,15 Euro zu den großen Verlierern des Tages. Die Investmentbank Lehman Brothers hatte die Aktie herabgestuft und das Kursziel die Aktie des Stahlkonzerns von 22 auf 14 Euro gesenkt.

Fraport entwickelt sich zum Ladenhüter

Nach dem Börsendebüt am Montag fand die Aktie der Frankfurter Flughafengesellschaft Fraport keinen großen Anklang und notierte bei 33,69 Euro mit einem Verlust von 3,19 Prozent. Das Papier war am Montag zu einem Preis von 35 Euro ausgegeben worden.

Am Neuen Markt wird mit fallenden Kursen gerechnet

Der Frankfurter Neue Markt brach ein nach der Gewinn- und Umsatzwarnung des weltgrößten Herstellers von Mobiltelefonene. Nach Expertenmeinung müssen sich die Anleger in nächster Zeit auf weiter fallende Kurse einrichten. "Die Angst geht wieder um", sagte ein Händler am Dienstag in Frankfurt.

Von den im Nemax 50 gelisteten Werten lagen bis zum Abend nur Senator Entertainment und IM Internationalmedia im Plus. Nach Händlerangaben profitierten die Medienaktien von einem positiven Beitrag des Fernsehsenders n-tv. Senator legten 0,67 Prozent auf 6,02 Euro zu. Internationalmedia gewannen 0,22 Prozent auf 27,67 Euro.

Im späten Handel gesellten sich dann noch Adva Optical und Thiel Logistik zu den Kursgewinnern. Thiel gewannen 5,99 Prozent auf 21,25 Euro. Adva gewannen 6,66 Prozent auf 8,17 Euro.

"Im Abendhandel sind die Kurse noch weniger aussagefähig, denn dann fehlen die Marktteilnehmer vollends", sagte ein Händler. Die Aktien seien in den letzten Tagen stark gefallen. "Mal sehen, ob die Kursgewinne morgen noch anhalten", gab er sich skeptisch.

Bergab ging es am Neuen Markt vor allem für die Biotech-Werte. So verloren Qiagen 8,85 Prozent auf 26,27 Euro und Morphosys 8,84 Prozent auf 60,98 Euro. Analysten bezeichneten die Verluste allerdings als übertrieben und undifferenziert. Nur weil einige US-Unternehmen über Schwierigkeiten bei der Produktzulassung berichteten, sollte dies nicht auf andere Gesellschaften übertragen werden, hieß es.

Beiersdorf sticht aus MDax hervor

Im MDax fielen Beiersdorf mit einer positiven Kursentwicklung auf. Die Aktien verteuerten sich um 5,9 Prozent auf 122 Euro, nachdem das Unternehmen auf der Hauptversammlung einen optimistischen Ausblick für das Gesamtjahr gegeben hatte.

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