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Nokia schürt Angst vor enttäuschenden Geschäftszahlen

Die Angst vor enttäuschenden Geschäftsergebnissen für das zweite Quartal beherrscht zur Zeit das Marktgeschehen - am Morgen gießt Nokia Öl in die Flamme. An der Wall Street ist die Saison der Quartalswarnungen in vollem Gange.

Nach Sun Microsystems, Juniper Networks, Handspring und 3Com warnt nun auch Nokia. Der Umsatz des weltgrößten Mobiltelefonherstellers der Welt dürfte rund zehn Prozent unter den bisherigen Prognosen liegen. Auch die Gewinnerwartungen wird der finnische Konzern nicht erfüllen können.

Neben Nokia verlieren auch Ericsson und Qualcomm vor Handelsbeginn an Wert. Nokia ist zur Stunde die am meisten gehandelte Aktie. Doch nicht nur auf dem Mobilfunksektor dürfte am Morgen ein rauer Wind wehen.

Auch die Neuigkeiten auf dem Softwaresektor stimmen nicht versöhnlich. Denn auch das zweite Quartal dürfte sich wegen des schwachen Marktumfeldes für diesen Sektor weiterhin schwierig gestalten.

Laut Goldman Sachs belastet die Branche die unerwartet stark nachlassende Nachfrage in Europa. Die Analysten befürchten, dass die Prognosen der Software Industrie für das zweite Halbjahr und möglicherweise auch 2002 erneut reduziert werden müssen. Da die Branche oftmals erst gegen Quartalsende ein besonders hohes Geschäftsvolumen verzeichnet, könne man derzeit jedoch noch keine sichere Bilanz ziehen. Oracle wird am 18. Juni die Ergebnisse des laufenden Quartals melden und neue Einblicke in das allgemeine Umfeld der Branche geben.

Auch der Einzelhandelssektor enttäuscht weiterhin mit schwachen Umsätzen. Nach Angaben der Investmentbank Goldman Sachs liegen die Umsatzzahlen der ersten Juni Woche generell unter den Planzahlen - vor allem auf dem Bekleidungssektor. Die Umsätze von Federated Department und Sears sind um drei bis vier Prozent gesunken. Die Aktien von Federated Department, Target und Sears werden von dem Analysten dennoch zum Kauf empfohlen. Bekleidungskaufhaus J.C. Penney konnte die Einnahmen dagegen im gleichen Zeitraum leicht um mindestens ein Prozent steigern. Die Analysten von Goldman Sachs empfehlen die Aktien von Wal-Mart, Kohl?s und May Department als "überdurchschnittliche Marktperformer".

Vorbörslich schwächer notiert die Aktie von AOL Time Warner. Während der weltgrößte Medienkonzern gestern noch von der künftigen Zusammenarbeit mit Chinas größtem Computerhersteller, Legend Holdings, profitierte, stoßen heute neue Akquisitionspläne des Konzerns bei den Anlegern auf wenig Gegenliebe. AOL plant IPC Media für rund 1,5 Milliarden Dollar übernehmen. IPC ist eines der größten Verlagshäuser Großbritanniens. Beide Unternehmens stehen schon seit Monaten in Verhandlungen.

Auch General Electric, die gestern ebenfalls noch auf dem Siegertreppchen standen, dürften heute unter Druck geraten. Die Europäische Wettbewerbsbehörde fordert den weltweit größten Flugzeugmaschinen-Hersteller auf, sich von Geschäftsbereichen Honeywells im Wert von sechs Milliarden Dollar zu trennen. Das berichtet das Wall Street Journal in seiner neuesten Ausgabe. Andernfalls dürfte die geplante Übernahme von Honeywell gefährdet sein. General Electric möchte den Mischkonzern für 45 Milliarden Dollar übernehmen. Sowohl General Electric als auch Honeywell notieren vor Handelsbeginn schwächer.

Nachdem Biotechnologiewerte zum Wochenauftakt wegen fehlgeschlagener Testversuche von Enzon unter Beschuss gerieten, beweist Biogen den Anlegern am Morgen, dass es auch anders geht. Das Biotechnologieunternehmen kann sich über erfolgreiche Testergebnisse freuen. Amevive, ein Medikament von Biogen zur Behandlung von Schuppenflechte, konnte erfolgreich an 1 100 Patienten getestet werden. Im weiteren Jahresverlauf soll das Medikament den US-Behörden zur Genehmigung vorgelegt werden. Über sieben Millionen Amerikaner leiden an Schuppenflechten. Dem Markt wird ein jährliches Potenzial von 3,2 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt. Während die Aktie vorbörslich leicht gewinnt, notiert das Papier von Konkurrent Amgen schwächer.

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