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Nokia und Siebel pushen Wall-Street-Futures

Es ist das alte Lied: Am Donnerstagmorgen deuten die Futures auf Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 ins Plus - doch das taten sie schon an den ersten beiden Handelstagen dieser Woche, und dennoch haben die großen Indizes seit dem Wochenende verloren.

Wie sich der Tag an der Wall Street entwickeln wird, ist zu einem großen Teil von Alan Greenspan abhängig, der um 10 Uhr (16 Uhr MEZ) vor dem Kongress zur Lage der Wirtschaft spricht. Die Marktteilnehmer hoffen auf eine klarere Aussage als vor zwei Wochen, als der Notenbankchef sagte, er sehe Zeichen einer Stabilisierung, aber auch jede Menge ernstzunehmender Risiken. Die Wall Street hatte dies als einen Hinweis auf eine anstehende weitere Zinssenkung Ende Januar gedeutet, doch beeilten sich einige Offiziere und Präsidenten der regionalen Notenbanken, diese Aussage zu relativieren. Vor der Greenspan-Rede ist also nichts klar; Eine weitere Zinssenkung würde die Kurse wohl nur noch kurz stützen, stabile Zinsen würden den Marktoptimismus mittelfristig stärken.

Für ein wenig Optimismus sorgt am frühen Morgen der Blick auf den Arbeitsmarkt: Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung ist erneut um 15.000 gesunken, während die Analysten auf eine Steigerung um 15.000 getippt hatten. Doch wird die Nachricht den Handel nicht nachhaltig stärken, denn die Zahlen hören sich optimistischer an als sie sind: Immerhin haben in der vergangenen Woche weitere 376.000 Amerikaner ihren Job verloren. Die Arbeitslosenquote wird Ende nächster Woche bekannt gegeben.

Auch am Donnerstag hagelt es an der Wall Street Quartalszahlen. Positiv ist, was der Handyhersteller Nokia zu berichten hatte. Der finnische Handyhersteller meldet für die vergangenen drei Monate einen Gewinn von 21 Cent pro Aktie, die Analysten hatten mit einem Plus von 3 Cent pro Papier gerechnet. Nokia konnte seine Marktanteile in 2001 deutlich ausbauen und profitierte ein deutlich stärkeres Weihnachtsgeschäft als die Konkurrenz. Nokia legt vorbörslich 6 Prozent zu. Trotz der enttäuschenden Zahlen vom Vortag verbessert sich allerdings auch US-Konkurrent Motorola. Die Aktie gewinnt vor der Glocke 2,5 Prozent.

Der Business-Software-Hesteller Siebel Systems, den Analysten schon im Vorfeld der Quartalsmeldung zum Indikator für den Tech-Markt erkoren hatten, meldet einen Quartalsgewinn von 65,9 Millionen Dollar oder 13 Cent pro Aktie. Das entspricht zwar einem Gewinnrückgang um 17 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal, doch schlägt man die Erwartungen der Wall Street deutlich um vier Cent. Für 2002 erwartet das Unternehmen deutliches Wachstum in Umsatz und Gewinn und Tom Siebel, der als einer der nüchternsten Beobachter unter den CEOs im Silicon Valley gilt, sagt: "2001 war ein schweres Jahr, aber 2001 ist Vergangenheit." Die Aktie legt vor der Glocke 8 Prozent zu.

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