Nokia will in Spiele-Markt vordringen
Matrix-Videospiel so wichtig wie der Film

Eine Sternstunde für die Videospiele-Industrie. Wenn die Traumfabrik Hollywood mit "The Matrix Reloaded" am 15. Mai die US-Kinobesucher in den Bann schlagen wird, ist der kleine Bruder Spiele-Industrie erstmals gleichberechtigt mit dabei.

HB LOS ANGELES. Zeitgleich kommt das Spiel "Enter the Matrix" von Infogrames S.A. mit bis zu 4 Mill. Kopien für alle Spiele-Systeme und PC in den Markt. Laut Infogrames wurden mehr als 50 Mill. $ in das Spiel investiert. Schon während der Dreharbeiten für den Film wurden Schauspieler, Kulissen und Regisseure auch für die Produktion des Videospiels abgestellt. Außerdem zeigt das Spiel Filmmaterial, das der Kinogänger nie zu Gesicht bekommen wird.

Also Grund genug zum Feiern, wenn sich vom 13. bis 16. Mai, passend zum Matrix-Kinostart, die Branche zu ihrem jährlichen Top-Event in Los Angeles zusammenfindet. Videospiele sind längst zu einer Stütze der unter der Konjunkturflaute leidenden Unterhaltungsindustrie geworden. Allein in den USA wurden 2002 fast 7 Mrd. $ für digitale Unterhaltungssoftware ausgegeben.

Überschattet wird die Matrix-Jubelparty allerdings vom Preiskampf bei Videokonsolen. Die Giganten Sony, Microsoft und Nintendo stehen sich in diesem Wettbewerb unversöhnlich gegenüber.

Der Mario-Konzern Nintendo aus Kyoto musste im Geschäftsjahr 2002 (31. März) herbe Abschläge einstecken. "Es gibt neue Akteure im Markt, die überhaupt kein Interesse haben, profitabel zu arbeiten", schimpft Europa-Chef David Gosen im Branchenmagazin MCV. Ein klarer Seitenhieb auf den Newcomer Microsoft, der erst jüngst den Preis der X-Box in Europa um 50 auf 199 Euro herabgesetzt hat.

Nintendo hatte das weltweite Verkaufsziel der neuen Gamecube- Konsole (Konkurrent zu Sonys Playstation 2 und Microsofts X-Box) um satte 50 % verfehlt und verkaufte nur 6 Mill. Stück. Marktführer Sony hat von seiner PS2 weltweit schon mehr als 40 Mill. Konsolen verkauft.

Gewinn und Umsatz von Nintendo brachen entsprechend ein, obwohl sich die Handheld-Konsole Gameboy Advance mit 16 Mill. Stück besser als erwartet verkaufte. Seit kurzem gibt es den verbesserten Nachfolger Gameboy Advance SP.

Doch ausgerechnet bei Handhelds droht dem Quasi-Monopolisten Nintendo Konkurrenz. Handyhersteller Nokia will auch der Messe E3 neue Details zum Start seines Ende 2002 angekündigten Geräts N-Gage bekannt geben - eine Kombination aus Handy, MP3- Player und Spielekonsole.

Selbst Nokias Wettbewerber Ericsson bestätigt das Potenzial in diesem Bereich. Klaus Middeler, beim Netzausrüster für mobile Datenservices zuständig, erwartet, dass bis zu 40 % aller Handynutzer in Westeuropa 2005 Spaß am mobilen Spiel finden werden, rund 120 Mill. Menschen. "Das wird einer der wichtigsten Teile des Mobile Entertainment", erwartet Middeler.

Handelsblatt-Korrespondent Axel Postinett
Axel Postinett
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