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Nokia will Marktanteil trotz Gewinnrückgang ausbauen

Der weltgrößte Handy-Hersteller Nokia will trotz eines erwarteten Ergebnisrückgangs im vierten Quartal seinen Marktanteil ausbauen.

dpa-afx HELSINKI. Der weltgrößte Handy-Hersteller Nokia will trotz eines erwarteten Ergebnisrückgangs im vierten Quartal seinen Marktanteil ausbauen. Durch die Vermarktung neuer, teuerer Mobiltelefone werde sich die Wettbewerbsposition verbessern und der Anteil am Handymarkt erhöhen, sagte Vorstandschef Jorma Ollila am Donnerstag in Helsinki. Im abgelaufenen Quartal hatte der Konzern trotz einer Gewinnreduzierung die Erwartungen der Analysten übertroffen.

Vorstandschef Ollila äußerte sich optimistisch über den Handy-Absatz im laufenden Jahr. Branchenweit rechnet er mit dem Verkauf von 630 Mill. Mobiltelefonen - 30 Mill. mehr als zuletzt angekündigt. Damit zeigte sich das Unternehmen zuversichtlicher als Sony Ericsson, die am Donnerstag ebenfalls Zahlen vorlegten. Die Nummer fünf der Branche rechnet mit einem Absatz von 600 Mill. Handys. Positiv äußerte sich Ollila über den zuletzt schwachen Markt für Telekomnetzwerke. Dieser entwickle sich zudem besser als erwartet und er erwarte nun für die Branche ein leichtes bis moderates Umsatzwachstum.

Prognose

Für das laufende Quartal stellte Nokia einen Gewinn je Aktie (EPS) zwischen 0,16 und 0,18 Euro in Aussicht. Beim Umsatz rechnen die Finnen mit 8,4 bis 8,6 Mrd. Euro. Im vierten Quartal des vergangenen Jahres wies der Konzern einen EPS-Gewinn von 0,25 Euro und einen Umsatz von 8,8 Mrd. Euro aus. Die Aktie von Nokia gab bis zum frühen Nachmittag 0,7 Prozent auf 11,33 Euro ab.

Im dritten Quartal lieferte Nokia 51,4 Mill. Handys aus. Der Marktanteil sei damit gegenüber dem Vorquartal um zwei Prozentpunkte auf 33 Prozent gestiegen, hieß es. Nokia bleibt damit weit vor seinen schärfsten Verfolgern Motorola und Samsung . In Westeuropa habe sich die Position deutlich verbessert und Nokia habe die führende Marktstellung in China behaupten können. Allerdings sei der Marktanteil in den USA trotz hoher Absätze gesunken. Laut Ollila will sich das Unternehmen nun verstärkt um den nordamerikanischen Markt kümmern, um den Verfall der Marktposition zu stoppen.

Produktoffensive

Im abgelaufenen Quartal brachte das Unternehmen sechs neue Geräte in die Läden. Mit der Produktoffensive will Nokia seine Lücken vor allem bei mittel- bis hochklassigen Handys schließen. Kritiker werfen dem Konzern vor, wichtige Entwicklungen wie Foto- und Klapphandys verschlafen zu haben. Mit Preisnachlässen wollen die Skandinavier verloren gegangene Marktanteile zurückgewinnen. Der Durchschnittspreis für die Nokia-Geräte (ASP) ist daher in den vergangenen Quartalen gesunken. Nach Einschätzung eines Analysten lag der ASP im dritten Quartal zwischen 107 und 110 Euro. Im Vorquartal soll er bei 110 Euro gelegen haben.

Der verwässerte Gewinn je Aktie fiel in den Monaten Juli bis September auf 0,14 (Vorjahr: 0,17) Euro. Der Umsatz erhöhte sich auf 6,939 (6,874) Mrd. Euro, wobei der Umsatz der Handysparte auf 4,429 (5,118) Mrd. Euro zurückging. Analysten hatten im Durchschnitt mit einem Gewinn je Aktie von 0,13 Euro gerechnet. Nokia hatte Anfang September seine Gewinnerwartung für das laufende Quartal auf 0,11 bis 0,13 Euro je Aktie abgehoben. Beim Umsatz hatte das Unternehmen 6,8 und 6,9 Mrd. Euro in Aussicht gestellt.

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