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Nord-LB und Bankgesellschaft bauen Allianz aus

Ein Fusion lehnt der Nord-LB-Chef Manfred Bodin aber ab:"Es gibt keine Verhandlungen über eine unternehmerische Verflechtung", sagte er heute.

Reuters HANNOVER. Die Norddeutsche Landesbank und die Bankgesellschaft Berlin bauen nach Angaben von Nord-LB-Chef Manfred Bodin ihre strategische Allianz weiter aus. Allerdings werde weiterhin keine Fusion angestrebt. "Es gibt keine Verhandlungen über eine unternehmerische Verflechtung", sagte Bodin am Dienstagabend vor Journalisten in Hannover. Für das Geschäftsjahr 2000 zeichnet sich bei der Nord-LB angesichts der "schwierigen Zinssituation" trotz gestiegener Bilanzsumme ein Betriebsergebnis leicht unter Vorjahr ab. Zugleich weitet die Nord-LB ihre Aktivitäten in Nordost-Europa aus. Sie übernimmt nach eigenen Angaben die Mehrheit der Mitteleuropäischen Handelsbank, die in Polen mit einer Lizenz zur Eröffnung einer Bank rechnen könne.

"Das Heil liegt nicht in der Fusion", betonte Bodin erneut angesichts der immer wieder aufkeimenden Spekulationen über einen erneuten Fusionsversuch. Eine nahezu ausverhandelte Fusion der Nord-LB als Landesbank mit der privaten Bankgesellschaft war vor zwei Jahren vor allem an dem schwachen Börsenwert der Bankgesellschaft gescheitert, der deutlich unter dem Unternehmenswert lag. "Aber es gibt Potenziale unterhalb der gesellschaftsrechtlichen Verflechtung, die wir nutzen", sagte Bodin. So werde jetzt die Datenverarbeitung beider Banken zusammengeführt, was Kosteneinsparungen im Bereich dreistelliger Millionenbeträge bringe, sagte Bodin. Die bereits beschlossene Fusion der beiden Landesbausparkassen werde zum Jahresbeginn 2001 wirksam. Weitere Synergiepotenziale gebe es im Wertpapiergeschäft und im Zahlungsverkehr.

Ohnehin bleibe für die gesellschaftsrechtliche Zukunft der Landesbanken die Entscheidung der EU-Kommission abzuwarten, sagte Bodin. Grundsätzlich sei man für Veränderungen offen, solange nicht die besondere regionale Aufgabe der Landesbanken und Sparkassen in Frage gestellt werde. Bodin ging davon aus, dass sich die Regierungschefs der Länder in Kürze auf eine gemeinsame Linie gegenüber der EU-Kommission verständigen werden.



Jahresergebnis warscheinlich unter dem Vorjahr

Mit dem Geschäftsverlauf in diesem Jahr zeigte sich Bodin zufrieden. Die Bilanzsumme werde sich bis zum Jahresende im Vergleich zum Vorjahr um rund 13 % auf 193 Mrd. Euro erhöhen, sagte Bodin. Das Kreditvolumen werde ähnlich stark auf 158 Mrd. Euro wachsen. Das Betriebsergebnis vor Risikovorsorge dürfte seinen Angaben nach bei 496 Mill. Euro, nach Risikovorsorge und Bewertung bei 372 Mill. Euro liegen. Das wäre knapp drei Prozent unter dem Vorjahresergebnis. Angesichts der schwierigen Zinssituation sei das Ergebnis aber zufriedenstellend, sagte Bodin. Immerhin sei der Zinsüberschuss in den ersten zehn Monaten mit 871,8 Mill. Euro noch leicht über dem Vorjahreswert gewesen.

Die internationalen Refinanzierungsaktivitäten der Nord-LB haben sich im laufenden Jahr auf 5,0 Mrd. Euro verdoppelt. Große Erwartungen hat die Landesbank von ihren Auslandsaktivitäten, insbesondere in Nordosteuropa. Die im vorigen Jahre eröffnete Niederlassung in Stockholm habe die Erwartungen deutlich übertroffen. Für 2001 würden die Kapazitäten erhöht, sagte Vorstandsmitglied Gunter Dunkel. Auch in Helsinki verfüge die Nord-LB seit Anfang Dezember über eine Repräsentanz. Optimistisch ist Dunkel für den Einstieg in Polen mit einer eigenen Bank. Dies soll nach seinen Worten über die Mitteleuropäische Handelsbank (MHB) gelingen, an der die Nord-LB ihren Anteil auf künftig 80 % von bislang 12,5 % aufstocke. Die MHB mit einem polnischen Minderheitseigner sei bereits länger in Polen aktiv und habe gute Aussichten eine Bankenlizenz in Warschau zu bekommen, sagte Dunkel. Bereits in 2000 liefere das Auslandsgeschäft bei einem Bilanzvolumen von 30 Mrd. Euro knapp ein Drittel des Konzern-Betriebsergebnisses.

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