Nordallianz fordert stärkere Unterstützung
USA setzen Angriffe auf Taliban-Stellungen fort

Die USA haben ihre Angriffe auf Taliban-Stellungen in Afghanistan entlang der Frontlinie mit der oppositionellen Nordallianz am Dienstag verstärkt. Ein Gesandter der afghanischen Opposition verlangte in Washington, die US-Angriffe sollten mit Kommandeuren der Nordallianz abgestimmt werden.

ap BAGRAM. Auch der pakistanische Präsident und Militärmachthaber Pervez Musharraf übte Druck auf Washington aus und drang auf ein baldiges Ende der Angriffe. Er hoffe, diese seien mit Beginn des islamischen Fastenmonats Ramadan Mitte November abgeschlossen, sagte Musharraf.

Die Nordallianz forderte die USA zu einer weiteren Verstärkung der Angriffe auf die Frontlinie auf. US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld bezeichnete die geänderte Taktik, weg von militärischen Zielen in den Städten, am Montag in Washington als logischen Schritt. Ziel sei es, «jenen auf dem Boden zu helfen, mehr Gebiete zu besetzen». Die Operation konzentrierte sich am Dienstag auf die Gebiete um die Hauptstadt Kabul und die strategisch wichtige Stadt Masar-i-Scharif. Bei Kandahar setzten Raketen wichtige Öllager der Taliban in Brand. Nach Angaben eines Sprechers der Nordallianz wurde auch Usbaschi bombardiert, eine Hochburg des Terrornetzwerks El Kaida.

In Usbekistan erklärte ein Sprecher der Nordallianz, die Oppositionstruppen seien am Montag und Dienstag neun bis 15 Kilometer auf Masar-i-Scharif vorgerückt. Es sei jedoch mehr Unterstützung der USA nötig, sagte der Nordallianz-Gesandte Harun Amon in Washington. Bislang hätten die Angriffe der Amerikaner für eine Bodenoffensive der Nordallianz noch nicht ausgereicht.

Nach Angaben der Taliban kamen bei Angriffen auf zwei Dörfer bei Kandahar am Dienstag 21 Menschen ums Leben, weitere 21 Menschen seien bei Angriffen nahe Herat getötet worden. Die Zahlen konnten von unabhängiger Seite nicht bestätigt werden. Die UN bestätigten am Dienstag, dass eine US-Bombe ein Militärkrankenhaus in Herat getroffen habe. Über Tote lagen den UN keine Angaben vor. Die Taliban hatten am Montag den Beschuss eines Hospitals in Herat gemeldet und von mehr als 100 getöteten Patienten und Mitarbeitern gesprochen. Aus dem Pentagon verlautete, es werde geprüft, ob eine von einer US-Bombe ausgelöste Explosion Opfer in einem nahe gelegenen Krankenhaus gefordert habe. Es gebe aber keine Hinweise darauf, dass die Klinik selbst getroffen worden sei.

Britischen Medienberichten zufolge will Großbritannien 1000 Soldaten zur Unterstützung amerikanischer Bodentruppen nach Afghanistan schicken. Darunter seien auch mehrere hundert Angehörige von Sondereinsatzkommandos, berichtete der britische Rundfunksender BBC unter Berufung auf Verteidigungskreise. Das Verteidigungsministerium bezeichnete die Berichte als spekulativ. US-Streitkräfte, die bei den Angriffen auf Ziele in Afghanistan im Einsatz sind, berichteten von großen Waffenlagern der Taliban. "Was ich gesehen habe, ist eine unglaubliche Ansammlung von Waffen in diesem Land", sagte Konteradmiral Mark Fitzgerald an Bord des Flugzeugträgers "Theodore Roosevelt".

Pakistan schickt afghanische Flüchtlinge zurück

Musharraf warnte vor "negativen Auswirkungen in der moslemischen Welt", falls die USA das Bombardement auch im Ramadan fortsetzen würden. Pakistan kündigte an, alle afghanischen Flüchtlinge zurückzuschicken, die die Grenze nach Pakistan illegal überquert haben. Nach Augenzeugenberichten werden seit dem Wochenende Flüchtlinge auf den Straßen aufgegriffen und zurück nach Afghanistan gebracht. Die Taliban sagten nach Angaben der Regierung in Islamabad zu, in Afghanistan zwei Flüchtlingslager für die Betroffenen zu errichten. Ein Sprecher des UN-Flüchtlingshilfswerks erklärte, man habe Pakistan Zelte und Kekse für die Flüchtlinge übergeben, die dann an die Taliban weitergeleitet worden seien.

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