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Nordclubs frischen die Bundesliga auf

Spitzenreiter VfL Wolfsburg feiert Martin Petrows „Viererpack“, Schalke 04 und Hannover 96 siegen in Serie, und Rückkehrer Horst Köppel verdarb dem FC Bayern die Laune.

dpa DÜSSELDORF. Spitzenreiter VfL Wolfsburg feiert Martin Petrows "Viererpack", Schalke 04 und Hannover 96 siegen in Serie, und Rückkehrer Horst Köppel verdarb dem FC Bayern die Laune.

Nach der ersten englischen Woche in der Fußball-Bundesliga weht ein frischer Nordwind durch die Liga: VfL vorn, 96 auf Rang vier und der Hamburger SV nach dem 1:1 bei Meister Werder Bremen weiter im Aufschwung. "Wenn es so weiter läuft, können wir uns länger oben festsetzen", jubelte Petrow nach seinen vier Treffern zum Wolfsburger 4:3-Erfolg über den FSV Mainz. Bayern München fiel beim Bundesliga-Comeback von Gladbachs Interimstrainer Köppel nach dem 0:2 in der Tabelle zurück.

Der 1. FC Kaiserslautern konnte mit einem 2:1-Erfolg über Arminia Bielefeld den Rettungsanker für seinen Trainer Kurt Jara werfen und den letzten Tabellenplatz an Hansa Rostock abgeben. Selim Teber drehte die Bielefelder Führung durch Delron Buckley mit zwei Treffern in der Schlussphase (80., 90.). Der 1. FC Nürnberg gewann bei Hansa Rostock mit 2:0. Ein "Doppelpack" von Markus Schroth besiegelte die sechste Rostocker Heimniederlage.

Die Schnellschüsse auf Schalke prägten die wohl kurioseste Partie des Spieltages zwischen den Gelsenkirchenern und dem VfB Stuttgart. Bereits nach 99 Sekunden führten die Schalker durch Ailton und Lewan Kobiaschwili mit 2:0, nach gut einer halben Stunde und drei weiteren Treffern war die Begegnung zu Gunsten der Gastgeber mit 3:2 entschieden. "So ist Schalke ein guter Kandidat für die deutsche Meisterschaft", befand Torschütze Ailton. "Das war ein fantastisches Spiel. Das wollen die Leute sehen", meinte Schalkes Trainer Ralf Rangnick, der im fünften Spiel den fünften Sieg feierte.

Besser als die Schalker ist zur Zeit nur der VfL Wolfsburg, der im Spitzenspiel gegen Neuling FSV Mainz 05 dank der Treffsicherheit des Bulgaren Petrows nach einem 0:2-Rückstand mit 4:3 die Oberhand behielt. "Da sieht man wie gut die Moral in der Mannschaft ist", meinte Nationalspieler Thomas Brdaric.

Ein traumhaftes Comeback feierte Borussia Mönchengladbachs Interimscoach Horst Köppel. Drei Tage nach der Entlassung von Holger Fach führte der Ex-Profi die Gladbacher zum 2:0-Sieg durch die Treffer von Marcelo Pletsch und Joris van Hout gegen den FC Bayern. "Das darf jetzt keine Eintagsfliege sein", forderte Köppel. Derweil erbosten sich die Bayern über den Platzverweis für Lucio. "Das ist der Hammer des Jahres", schrie Uli Hoeneß. Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge meinte: "Das werden wir nicht akzeptieren".

Auf einer ungewohnten Erfolgswelle schwimmt derzeit Ewald Lienen, der Hannover 96 nach dem 3:0 gegen den VfL Bochum erstmals in der Geschichte des Clubs zu fünf Bundesliga-Siegen in Serie geführt hat. "So eine Serie hatte ich zuletzt als 13-Jähriger bei TuS Schloß Holte", scherzte Lienen nach dem Sprung auf Rang vier.

Mit dem zweiten 1:0-Sieg innerhalb von vier Tagen hat sich Borussia Dortmund nach dem Erfolg gegen Bayer Leverkusen aus der sportlichen Krise etwas befreit. "Beim Schlusspfiff bin ich vor Freude höher gesprungen als bei den Bundesjugendspielen", sagte der designierte BVB-Präsident Reinhard Rauball. Den Siegtreffer gegen die auswärts sieglose Bayer-Elf erzielte Ewerthon.

"Unsere Ansprüche sind gewachsen. Wir wollen mehr", sagte HSV-Torwart Martin Pieckenhagen nach dem 1:1 im Nordderby beim Meister Werder Bremen. Der Treffer von David Jarolim und die gute Leistung von Pieckenhagen sicherten dem HSV gegen den ersatzgeschwächten Meister den siebten Punkt im dritten Spiel unter Neu-Trainer Thomas Doll. Für die Bremer traf Christian Schulz.

Für Aufregung sorgte Schiedsrichter Wolfgang Stark in der Partie zwischen dem SC Freiburg und Hertha BSC Berlin. Der Unparteiische stellte mit Hertha-Profi Alexander Madlung den falschen Spieler vom Platz, da die geahndete Tätlichkeit Madlungs Kollege Dick van Burik begangen hatte. Nach dem Studium der TV Bilder gab Stark seinen Fehler zu. Für die Berliner reichte es zu einem 3:1-Erfolg.

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