Nordex, Energiekontor und Repower Systems im Aufwind – nur P&T Technology weiß nicht, wie man Geld verdient
Deutsche Windkraftbranche sammelt Punkte im Ausland

Während die Windkraftbranche im Ausland bereits mit Versorgern kooperiert, erwartet ABN Amro in Deutschland eine Übernahmewelle bei den Windparkbetreibern.

HAMBURG. Die deutsche Windkraftbranche aus Anlagenproduzenten, Parkprojektoren und-betreibern punktet im Ausland. Hersteller von Windkraftanlagen, Nordex AG, Norderstedt, ist mit einem Großauftrag über 37 Mill. Euro aus Schottland in das neue Geschäftsjahr 2002/03 (30.9.) gestartet. Der Lieferumfang umfasst die komplette Installation von 20 Anlagen sowie die Wartung in den ersten fünf Jahren. Weitere Aufträge aus Frankreich, Italien und China sind bereits in der Pipeline. Damit wird die Planung von Nordex gestützt, die Gesamtleistung um 15 bis 20 % (2001/02: 440 Mill. Euro) zu steigern und das Ergebnis zu verbessern. Der Exportanteil erreicht jetzt bereits 40 %, weiß Nordex-Chef Dietmar Kestner.

Dem Bremer Windparkentwickler Energiekontor AG bescheinigt Marc Ziegner von der Hamburgischen Landesbank eine Vorreiterrolle unter den börsennotierten Gesellschaften im Auslandsgeschäft. So bearbeitet Energiekontor derzeit in Deutschland Projekte mit einer Kapazität von 277 MW, im Ausland dagegen mit 1427 MW. Der Anteil der Auslandsprojekte, der in diesem Jahr bei einem Gesamtumsatz von 136 Mill. Euro noch unter 20 % liegt, steigt nach der Erwartung von Analysten bereits 2003 bei einem Umsatz von 160 Mill. Euro auf 30 %. Bei der Internationalisierung setzt Energiekontor gemeinsam mit lokalen Partnern auf die Märkte in Griechenland, Spanien, Großbritannien und Portugal.

Auch der Anlagenhersteller Repower Systems AG, Hamburg, sucht im Ausland den Schulterschluss mit lokalen Partnern und scheut den Kontakt mit Energieversorgungsunternehmen nicht. In diesem Jahr will Repower gut 220 Mill. Euro umsetzen, im kommenden Jahr liegt die Erwartung bei knapp 322 Mill. Euro. Davon sollen 30 % außerhalb Deutschlands realisiert werden, hat Repower-Vorstandsvorsitzender Fritz Vahrenholt wissen lassen. In Australien arbeitet Repower mit mit dem Konsortium Notus Power Partners zusammen, in Kanada soll mit dem Versorger "Northland Power" und der Stadt Sudbury in Ontario der erste Windpark der Region entwickelt werden.

Während die Windkraftbranche im Ausland bereits mit Versorgungsunternehmen kooperiert, erwartet die ABN Amro Bank nach Angaben ihrer Sprecherin Andrea Oesterdiek in Deutschland eine Übernahmewelle bei den Windparkbetreibern. Der erste Schritt sei mit der Übernahme der Winkra GmbH, Hannover, durch den niederländischen Versorger Essent getan. ABN Amro begründet die Erwartung mit dem Interesse der Versorger, sich Kapazitäten beim Öko-Strom zu sichern, während die Parkentwickler bei der Planung von Windparks auf See die finanzielle Unterstützung der Energieindustrie benötigten.

Bislang allerdings hält sich die Stromindustrie mit Übernahmen von Windparkentwicklern und-betreibern zurück. So hat die E.on Kraftwerke bisher zwei Parks in Betrieb genommen, einige weitere werden derzeit realisiert. Außerdem ist Eon Kraftwerke an der Entwicklung von Offshore-Projekten in Nord- und Ostsee beteiligt.

Dass die alleinige Konzentration auf Windparks im Ausland auch danebengehen kann, demonstriert der Hamburger Entwickler P&T Technology. Nach vollmundigen Ankündigungen über Windparks in der Türkei und Fernost musste P&T massive Verluste eingestehen und wurde von Analysten mit dem Verkaufssignal bestraft. Die Aktie ist nur noch 0,63 Euro wert.

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