Nordkorea hatte sich 1994 verpflichtet, sein Atomprogramm einzustellen
Südkorea macht Nordkorea Vorwürfe

Südkorea hat Nordkorea vorgeworfen, die Forderungen der internationalen Gemeinschaft nach einem Stopp seines Atomprogramms zu ignorieren. "Südkorea, die Vereinigten Staaten (USA), Japan, China, Russland und die Europäische Union (EU) haben Nordkorea mit Nachdruck aufgefordert, sein Atomprogramm aufzugeben", sagte Präsident Kim Dae Jung seinem Büro zufolge am Dienstag vor dem Kabinett. "Doch der Norden hört nicht darauf."

Reuters SEOUL. Nach US-Angaben hatte Nordkorea Anfang Oktober eingestanden, dass es entgegen einem Abkommen von 1994 angereichertes Uran entwickelt, das zur Herstellung von Atomwaffen benutzt werden kann.

Kim sagte, Südkorea sei bereit dem kommunistischen Norden dabei zu helfen, seine angeschlagene Wirtschaft anzukurbeln und sich der internationalen Gemeinschaft anzuschließen. "Doch wir können uns niemals bei der Entwicklung von Atomwaffen, Raketen und anderen Waffen die Hände reichen", sagte Kim, der im Februar sein Amt an seinen designierten Nachfolger Roh Moo Hyun abgeben soll. Kim ist einer der führenden Befürworter einer Aussöhnung zwischen dem Norden und Süden Koreas, das seit dem Korea-Krieg von 1950 bis 1953 geteilt ist.

Nordkorea hatte zuletzt die Versiegelung von rund 8 000 verbrauchten Brennelementen in einem Atomreaktor nördlich von Pjöngjang gebrochen, die nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) eine "bedeutende Menge" waffenfähiges Plutonium enthielten. Nordkorea hat erklärt, der Reaktor werde zur Stromgewinnung benötigt, nachdem die USA, Südkorea, Japan und die EU wegen des Atomprogramms ihre Öllieferungen an Nordkorea eingestellt hatten.

Nordkorea hatte sich 1994 verpflichtet, sein Atomprogramm einzustellen. Im Gegenzug hatten die USA dem kommunistischen Land kostenlose Heizöllieferungen und Hilfe beim Bau zweier Reaktoren zur zivilen Nutzung der Atomenergie zugesagt.

US-Präsident George W. Bush hatte Nordkorea zusammen mit Irak und Iran als "Achse des Bösen" bezeichnet und den Staaten vorgeworfen, nach Massenvernichtungswaffen zu streben. Am Montag warnte US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld die Regierung in Pjönjang davor, den Irak-Konflikt für ihr eigenes Streben nach Massenvernichtungswaffen auszunutzen. Die USA haben Irak mit Krieg gedroht, sollte das Land im Streit über den Besitz von Massenvernichtungswaffen gegen UNO-Resolutionen verstoßen.

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