Nordkorea in Südkorea zu Gast
Asienspiele im Zeichen der Politik

Der sportliche Wert der 14. Asienspiele in Südkorea ist eher gering, die politische Bedeutung um so höher.

HB/dpa SEOUL. Drei Monate nach dem Ende der ersten Fußball-WM in Asien rückt das zumindest im Westen vergleichsweise wenig beachtete kontinentale Großereignis in der Hafenstadt Busan dank der im letzten Augenblick gegebenen Teilnahmezusage des kommunistischen Nordkorea in den Fokus der Weltöffentlichkeit. Zudem schicken das kriegsgeschädigte Afghanistan und der jüngste Staat der Welt, Ost-Timor, eine Delegation zu den Spielen vom 29. September bis 14. Oktober.

Die Organisatoren werten es als Erfolg, dass sich erstmals in der Geschichte der Asienspiele alle 43 Mitgliedsländer des Olympischen Rats Asiens (OCA) an der Veranstaltung beteiligen. Angaben des Organisationskomitees zufolge haben 6 714 Athleten, 4 703 Männer und 2 011 Frauen, gemeldet. Hinzu kommen noch mehr als 3 000 Funktionäre der nationalen Verbände.

Südkorea hofft, dass die Teilnahme des Bruderstaates aus dem Norden dem bilateralen Sportaustausch neue Impulse geben wird. Es ist das erste Mal überhaupt, dass Nordkorea an einem sportlichen Großereignis im kapitalistischen Süden teilnimmt. Selbst an der Qualifikation zur Fußball-WM 2002 beteiligte sich Nordkorea nicht.

Doch trotz des historischen Werts der Spiele läuft der Vorverkauf nur schleppend. Von den knapp insgesamt 2,6 Mill. Eintrittskarten lag die Absatzrate bis Mitte dieser Woche bei nur 13 %. Allerdings seien dabei die gebuchten jedoch noch nicht bezahlten Plätze nicht mitgezählt, sagte der Leiter des Ticketbüros, Um Doo Won, in Busan. "Unser Ziel ist 75 Prozent Auslastung." Er äußerte sich optimistisch, dass das Interesse wachsen werde, sobald die Wettkämpfe starteten. Zudem häuften sich zuletzt organisatorische Probleme. Die Schwierigkeiten reichten von verspäteter Anlieferung von Ausrüstungen für die Sender über die Verteilung von VIP-Tickets, die nur in koreanischer Sprache verschickt wurden, bis hin zu technischen Mängeln in den Stadien.

Bei den Asienspielen werden 419 Goldmedaillen in 38 Sportarten vergeben, darunter auch in exotischen Disziplinen wie das indische Fangspiel Kabaddi. Als Favorit auf den ersten Platz im Medaillenspiegel gilt wieder die sportliche Großmacht China, das die Veranstaltung seit den 80er Jahren dominiert. Um den zweiten Platz streiten sich nach Ansicht von Experten erneut Südkorea und Japan. Bei den Spielen 1998 in Bangkok nahm Südkorea als Zweiter hinter China 65 Goldmedaillen mit nach Hause.

Diesmal hofft Südkorea, das mit mehr als 1



000 Mitgliedern die größte Delegation stellt, auf 80 Mal Gold. Traditionell stark ist Südkorea vor allem im Taekwondo und beim Bogenschießen. Alles andere als den ersten Platz beim Fußballturnier wird im Land des WM-Vierten als herbe Enttäuschung gewertet werden.

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