Nordkoreaner aus Südkoreanischer Botschaft abgeführt
Seoul protestiert gegen Festnahme in Peking

Die Regierung in Seoul hat am Freitag gegen die Festnahme eines Zuflucht suchenden Nordkoreaners auf dem südkoreanischen Botschaftsgelände in Peking Protest eingelegt.

dpa SEOUL. Das Außenministerium bestellte zu diesem Zweck den chinesischen Botschafter Li Bin in Seoul ein. Beim Treffen mit Li habe der stellvertretende Außenminister Kim Hang Kyung die Überstellung des Nordkoreaners verlangt, sagte ein Ministeriumssprecher. Danach forderte Seoul auch eine Entschuldigung von China wegen des Eindringens chinesischer Wachsoldaten auf das Botschaftsgelände.

"Wir hoffen, dass sich der Zwischenfall auf die freundschaftlichen Beziehungen beider Länder nicht negativ auswirkt", sagte der Sprecher. Diplomaten hatten berichtet, dass ein chinesischer Wachsoldat am Donnerstag ohne Erlaubnis auf das Botschaftsgelände in Peking vorgedrungen sei, nachdem sich ein nordkoreanischer Mann mit seinem Sohn den Weg in die Visaabteilung gebahnt hatte. Bei dem Versuch, den Vater gewaltsam abzuführen, wurde nach südkoreanischen Angaben auch ein Diplomat verletzt.

Mit dem Sohn harren jetzt 18 Nordkoreaner in der Botschaft aus, die auf eine Ausreise nach Südkorea hoffen. China hat seit dem März 38 nordkoreanischen Botschaftsflüchtlingen die Ausreise erlaubt. In China leben Schätzungen zufolge mehr als 150 000 Nordkoreaner, die vor Hunger und Verfolgung in ihrem Land über die Grenze geflüchtet sind.

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