Nordkoreaner durften ausreisen
Flüchtlinge verließen deutsche Botschaftsschule

Die 15 in die deutsche Botschaftsschule in Peking geflüchteten Nordkoreaner haben am Mittwochmorgen die chinesische Hauptstadt verlassen.

dpa/HB PEKING. Wie ein Sprecher der deutschen Botschaft mitteilte, seien sie unterwegs in ein Drittland. Wohin sie zunächst ausgeflogen würden, wollte der Botschaftssprecher nicht sagen. "Wir sind zufrieden mit dem Ergebnis und begrüßen, dass eine für beide Seiten annehmbare Lösung gefunden wurde", sagte der Sprecher. In vorausgegangenen Fällen durften nordkoranische Flüchtlinge über Singapur oder die Philippinen nach Südkorea ausreisen.

Die 15 Nordkoreaner waren am Dienstag der vergangenen Woche über die Mauer auf das Gelände geklettert. Die acht Frauen und sieben Männer hatten in abgetrennten Umkleideräumen der Turnhalle auf ihre Ausreise gewartet.

Ein Sprecher der südkoreanischen Botschaft in Peking sagte, die in südkoreanischen Einrichtungen ausharrenden 21 Nordkoreaner hätten noch nicht ausreisen dürfen. Es seien weiterhin Formalitäten zu erledigen. Am Dienstag hatte ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums erklärt, dass die Formalitäten für die insgesamt 36 nordkoreanischen Asylsuchenden nahezu abgeschlossen seien. "Das Problem wird sehr bald gelöst sein", hatte Außenamtssprecher Kong Quan betont.

Die chinesischen Stellen hatten die Asylsuchenden intensiv verhört und in einem langwierigen Prozess deren Identität festgestellt. Nach Einschätzung von Diplomaten nahmen sich die Chinesen diesmal besonders viel Zeit, da sie Informationen über die Organisatoren der Fluchtaktionen erhalten wollten.

Mehr als 80 Nordkoreaner haben in diesem Jahr China verlassen, nachdem sie auf extorritorales Gelände eingedrungen waren. Beobachter gehen davon aus, dass mehr als 150 000 Nordkoreaner illegal in China leben, um Hunger und Verfolgung in ihrer Heimat zu entkommen. Nordkoreaner werden von Peking nicht als Flüchtlinge anerkannt und müssen damit rechnen, in ihre Heimat abgeschoben zu werden.

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