Nordrhein-Westfalen weist Vorwürfe Bayerns zurück
Bodewig ermahnt Transrapid-Streithähne

Nach öffentlichem Streit zwischen Bayern und Nordrhein-Westfalen um den Transrapid hat Bundesverkehrsminister Kurt Bodewig in einem Brief an beide Länder appelliert, wieder konstruktiv zusammen zu arbeiten.

ap BERLIN. Die umstrittenen Fragen könnten alle im entsprechenden Fachgremium geklärt werden, sagte Bodewigs Sprecher Felix Stenschke am Montag in Berlin. Zuvor hatten sich beide Länder einen heftigen Schlagabtausch um angeblich geschönte Zahlen und Einflussnahme auf die anstehende Entscheidung über den Bundeszuschuss geliefert.

Düsseldorf und München haben Pläne für zwei unterschiedliche Transrapidstrecken, die laut Bodewig möglichst beide gebaut werden sollen. Beide wollen möglichst viel des vorgesehenen Bundeszuschusses von insgesamt 2,3 Milliarden Euro. Für die Projekte gibt es Machbarkeitsstudien, die laut Stenschke bis zum 18. Februar auf offene Fragen geprüft werden. Danach will Bodewig bis zum Monatsende eine grundsätzliche Entscheidung über die Aufteilung der Bundesgelder treffen, die im Haushalt 2003 eingestellt werden sollen.

Am Wochenende hatte der bayerische Verkehrsminister Otto Wiesheu der nordrhein-westfälischen Landesregierung vorgeworfen, in der Machbarkeitsstudie für die Strecke zwischen Düsseldorf und Dortmund zu Lasten der Münchner Flughafenverbindung mit geschönten Daten operiert zu haben. Offenbar sei hier eine SPD-Seilschaft aus Bund und Land tätig, sagte der CSU-Politiker.

Der nordrhein-westfälische Verkehrsminister Ernst Schwanhold (SPD) wies die Vorwürfe am Montag zurück. Die Zahlen für das nordrhein-westfälische Projekt seien von den renommiertesten Gutachtern Deutschlands errechnet worden, sagte er im Hessischen Rundfunk. Dabei sei Bayern über jeden einzelnen Schritt informiert worden. Schwanhold warf Wiesheu ein politisch-taktisches Spiel vor.

Ministeriumssprecher Stenschke sagte, beide Länder seien gemeinsam mit den Gutachtern und dem Bund in dem Fachgremium vertreten, das die Machbarkeitsstudien auf Ungereimtheiten abklopfe. Die Streitfragen könnten in dieser "Controlling"-Gruppe bis zum 18. Februar geklärt werden. Die Länder sollten zur konstruktiven Zusammenarbeit zurückkehren.

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