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Nortel dementiert Probleme bei optischen Produkten

Die kanadische Nortel Networks hat zwar die Gewinnerwartungen der Analysten für das jüngste Quartal übertroffen, die Ergebnisse für den Bereich Netzwerkausstattung haben bei Marktbeobachtern allerdings auch Fragen aufgeworfen.

vwd TORONTO. Die kanadische Nortel Networks Corp. hat zwar die Gewinnerwartungen der Analysten für das jüngste Quartal übertroffen. Die Ergebnisse haben bei Marktbeobachtern allerdings auch Fragen aufgeworfen. So wundern sich die Analysten nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Dow Jones Newswires vom Mittwoch zufolge, ob der große kanadische Netzwerkausrüster nicht klammheimlich seine Umsatzerwartungen für den Bereich Netzwerkausstattung zurückgeschraubt hat. Laut Unternehmensangaben zu den Ergebnissen des dritten Quartals sollte der Umsatz in diesem Bereich die Marke von 10,0 Mrd. $ überschreiten. John Roth, Chief Executive des Unternehmens, hatte zu einem früheren Zeitpunkt allerdings von Erlösen von 12,0 Mrd. $ gesprochen.

Alex Henderson, Analyst bei Salomon Smith Barney, betonte im Gespräch mit Dow Jones Newswires, dass an der Wall Street jedes Wort auf die Waagschale gelegt werde. Während einer Telefonkonferenz mit Analysten am Dienstagabend sagte Nortel-CEO Roth, auf diesen Bereich angesprochen, Ziel des Unternehmens sei es gewesen, mit einer entsprechenden Produktion die Umsatzschwelle von 10,0 Mrd. $ zu überschreiten. Im dritten Quartal sei dieses Etappenziel durch zusätzliche Fertigungskapazitäten erreicht worden. Nun gehe es darum, die Produkte in den Netzwerken der Betreiber einzubauen, das benötige mehr Zeit als erwartet. Roth versicherte, dass Nortel in diesem Bereich gute Fortschritte mache, dennoch bleibe diese Aufgabe "eine Herausforderung".

Frank Dunn, Chief Financial Officer des kanadischen Unternehmens, sagte, Nortel stehe im vierten Quartal kurz vor dem Ausverkauf seiner optischen Produkte. Er rechne im Vergleich zum zweiten Quartal im laufenden Quartal mit einem Plus von 20 % in diesem Bereich. Ein Monitoringsystem soll zudem dafür sorgen, dass bei der Installation ähnliche Probleme nicht mehr auftreten, sagte Dunn. Um die Installationsarbeiten zu beschleunigen und die Produktivität anzukurbeln, ist Nortel nach Aussagen des Managements dabei, die Belegschaft weiter intensiv zu schulen. Ein Gutes habe die jetzige Situation: Während die Außendienststellen von Nortel zu Anfang des Geschäftsjahres über zu wenig Produkte klagten, sei zumindest das jetzt kein Problem mehr.

Wie der Telekomausrüster am Dienstag nach Börsenschluss in New York mittgeteilt hatte, belief sich der Nettogewinn im Berichtszeitraum auf 574 Mill. $ (1,34 Mrd. DM) oder 18 Cents je Aktie verglichen mit 314 Mill. $ oder elf Cents je Aktie ein Jahr zuvor. Damit übertraf das Unternehmen die Erwartungen der Analysten, die im Durchschnitt einen Gewinn je Aktie von 17 Cents prognostiziert hatten.

Der Umsatz blieb mit 7,31 (Vorjahr 5,15) Mrd. $ hingegen hinter den Marktschätzungen von 7,6 Mrd. $ zurück. Die Aktie brach auf Grund der enttäuschenden Umsatzzahlen im nachbörslichen Handel um 20 Prozent auf 50 Dollar ein.

Im nächsten Jahr wolle Nortel schneller als seine Konkurrenten wachsen. Umsatz und Gewinn je Aktie sollen 2001 zwischen 30 und 35 % steigen, prognostizierte Nortel.

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