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Nortel Networks: Die Hölle hält Einzug

Die gestrige Warnung des Herstellers von Glasfasertechnologie erwischt nahezu jeden Analysten auf dem falschen Fuß. Nortel wird die Umsatzerwartungen im ersten Quartal um ernüchternde zwei Milliarden Dollar verfehlen. Statt der vorhergesagten acht Milliarden Dollar wird der Umsatz bei lediglich 6,3 Milliarden Dollar liegen.

Gleichzeitig wird die Wachstumsprognose für 2001 von 30 Prozent auf nur noch 15 Prozent gesenkt. Bedenkt man, dass das Management vor einem Monat die Erwartungen der Wall Street als erreichbar kommentierte, ist dies alarmierend. Das erste Quartal wird das Unternehmen voraussichtlich mit einem Verlust von vier Cents pro Aktie abschließen und damit die Erwartungen um 20 Cents verfehlen.



Das Vertrauen des Marktes in die Nortel-Prognosen für das Fiskaljahr 2001 dürfte ausgesprochen dünn sein, vermutet Goldman Sachs. Die Analysten senken die Gewinnschätzungen auf 70 Cents pro Aktie und liegen damit zehn Cents unter den Prognosen des Unternehmens. Bedenkt man, dass Nortel rund 65 Prozent des Umsatzes in Nordamerika erzielt und eine Erholung erst im vierten Quartal in Aussicht gestellt wird, bleibt das Risiko hoch.



Wenn Nortel die reduzierten Prognosen einhalten will, ist eine deutliche Erholung im zweiten Halbjahr notwendig. Abgesehen davon muss das Management die Kosten des Unternehmens aggressiv senken. Beide Faktoren stellen die Prognosen in Frage. Gemessen an den neuen Ertragsschätzungen und dem gleichen Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 30 im Vorfeld der Warnung, müsste die Aktie heute auf etwa 20 Dollar sinken. Fraglich ist nur, ob dieses KGV doch zu hoch ist?

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