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Nortel senkt Ergebnisprognose

Der weltweit führende Anbieter von Glasfaserausrüstung für die Telekomindustrie, Nortel Networks, hat seine Geschäftsprognose für das erste Quartal zum zweiten Mal gesenkt und den Abbau von 5000 weiteren Stellen angekündigt. Das kanadische Unternehmen teilte am Dienstag mit, es erwarte nun einen Verlust aus dem operativen Geschäft von zehn bis zwölf Cents je Aktie bei einem Umsatz von 6,1 Mrd. bis 6,2 Mrd. $.

rtr OTTAWA. Mitte Februar hatte Nortel seine Erwartungen bereits deutlich reduziert und mitgeteilt, mit einem Verlust von vier Cents je Aktie bei einem Umsatz von 6,3 Mrd. $ zu rechnen. Analysten hatten einer Umfrage von First Call/Thomson Financial zufolge im Schnitt zuletzt einen Verlust von ebenfalls vier Cents je Aktie bei einem Umsatz von 7,7 Mrd. $ vorhergesagt.

Zugleich kündigte das Unternehmen weitere Stellenstreichungen an. Demnach sollen bis Mitte des Jahres 15 000 Mitarbeiter entlassen werden. Das entspricht rund 16 % der Belegschaft, die Ende 2000 noch auf 94 500 Mitarbeiter beziffert wurde. Nortel hat bereits rund 10 000 Arbeitsplätze gestrichen und erwartet daraus positive Effekte im zweiten Quartal 2001.

Die abermals reduzierte Ergebnisprognose sowie die ausgeweiteten Pläne zum Stellenabbau begründete das Unternehmen mit der anhaltenden Abkühlung der US-Konjunktur sowie dem Preisdruck seitens der Konkurrenten. "Wir spüren weiterhin die Auswirkungen der konjunkturellen Verlangsamung in den Vereinigten Staaten und sehen nun, wie unsere Kunden weltweit deren Folgen auf ihre Geschäfte prüfen", hieß es in einer Erklärung von Nortel-Chef John Roth.

Das Unternehmen wollte keine Prognose für das Gesamtjahr 2001 abgeben und begründete dies mit der Unsicherheit über die geplanten Ausgaben der Kunden. Im Februar hatte Nortel seine Umsatzprognose um die Hälfte auf ein Plus von 15 % und die Gewinnprognose um zwei Drittel auf einen Zuwachs von zehn Prozent heruntergeschraubt. Analysten hatten First Call zufolge für 2001 ein Ergebnis von 61 Cents je Aktie bei einem Umsatz von 35 Mrd. $ vorhergesagt.

Branchenexperten äußerten sich enttäuscht über die neuerliche Korrektur der Ergebnisprognose für das erste Quartal. "Das ist ziemlich schlecht", sagte Paul Sagawa, Analyst bei Sanford Bernstein. Die zurückgenommene Prognose des Unternehmens sei deutlich schlechter als der von ihm erwartete Verlust von acht Cents je Aktie. "Sie haben keine Ahnung, was sie für den Rest des Jahres tun können. Man wird Prognosen wie Steine fallen sehen", sagte Sagawa.

Die Nortel-Aktien, die im regulären Handel an der New Yorker Börse gegen den Markttrend bereits 16 Cents auf 16,76 $ verloren hatten, fielen im nachbörslichen Instinet-Handel weiter auf 15,15 $.

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