Norwegen verpasst Olympia-Ticket
US-Girls besiegen die eigene Angst

Die Fußball-Nationalmannschaft der USA hat auf dem Weg zum anvisierten Titelgewinn bei der WM im eigenen Land mit einem Sieg im Viertelfinale über Olympiasieger Norwegen einen großen Schritt getan. Der Sieg war ebenso verdient wie der der Schwedinnen gegen Brasilien.

HB FOXBORO/PORTLAND. Stürmerin Abby Wambach bescherte den US-Girls mit dem umjubelten 1:0-Siegtor (24.) den Viertelfinalsieg über Angstgegner Norwegen. Zuvor hatte Schweden vor 25 000 Fans im Gilette-Stadion dank Victoria Svensson (23.) und Malin Andersson (53.) den WM-Dritten von 1999, Brasilien, mit 2:1 ausgeschaltet.

"Beide stehen verdient im Halbfinale", urteilte Bundestrainerin Tina Theune-Meyer vor dem Viertelfinale der deutschen Elf am Freitagmorgen (01.30 Uhr MESZ/ZDF) in Portland gegen Russland. "Es war knapp, aber die Amerikanerinnen hatten mehr Spielanteile und weitere gute Torchancen. Auch Schweden hat den Gegner dominiert."

Mia Hamm hätte in der 67. Minute alles klar machen können, doch ihr versagten bei einem Elfmeter-Geschenk von Schiedsrichterin Nicole Petignat (Schweiz) die Nerven. Der 31-jährige US-Star scheiterte mit einem schwachen Schuss an der guten Torhüterin Bente Nordby. Dennoch gab es am Ende bei den Norwegerinnen traurige Gesichter. Denn das 0:1 bedeutet zugleich das Aus für Olympia 2004. "Die USA waren einfach besser. Wir sind raus aus der WM und können leider in Athen unseren Titel nicht verteidigen", sagte Trainer Age Steen enttäuscht.

"Wenn man Weltmeister werden will, muss man auch die großen Gegner schlagen. Wir hatten viel Respekt vor Norwegen, das uns schon oft das Leben schwer gemacht hat", meinte US-Trainerin April Heinrichs nach der gelungenen Revanche für die Schlappe im Olympia-Finale von Sydney. Mit dem 17. Sieg konnte man zudem die Bilanz (18 Niederlagen, zwei Remis) gegen Norwegen aufpolieren. Ein Sonderlob hatte Heinrichs für Torschützin Wambach parat: "Es war das beste Spiel ihrer Karriere."

Schweden trifft im Halbfinale auf China oder Kanada und hat schon eins der zwei begehrten europäischen Olympia-Tickets sicher. "Wir haben ein sehr gutes Spiel gemacht, technisch und taktisch", sagte Marika Domanski-Lyfors. Die Trainerin lobte die "mentale Stärke" ihrer Elf nach dem 1:1 der Brasilianerin Marta (43.) zum psychologisch ungünstigen Zeitpunkt kurz vor der Pause. Der EM-Zweite hofft nun auf seine erste WM-Finalteilnahme. "Wir werden dafür alles geben", versprach Domanski-Lyfors, die vor dem Anpfiff den Ausfall von Stammkeeperin Caroline Joensson verkraften musste. Die Torhüterin hatte gegen ihre Magenkrämpfe ein Medikament genommen. "Wir konnten nicht garantieren, dass die Substanz zulässig ist, und wollten kein Risiko eingehen", sagte die Trainerin.

Brasiliens Coach musste derweil seine Spielerinnen trösten. "Einige haben auf dem Feld geweint", sagte Paulo Goncalves, der sich trotz des Ausscheidens des jüngsten WM-Teams (22 Jahre im Schnitt) einen neuen Schub für die Fußballerinnen erhofft, die im Land des Weltmeisters klar im Schatten der Männer stehen. "1999 wurde bei uns noch kein einziges WM-Spiel im Fernsehen gezeigt, diesmal waren alle zu sehen. Wir haben gute Leistungen gezeigt, und das wird unserem Sport in Brasilien sicher helfen."

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