Norwegischer Außenminister vor Treffen mit Barak
Norwegen drängt Israel zur Zurückhaltung

Reuters OSLO. Der norwegische Außenminister Thorbjoern Jagland hat Israel die Hauptverantwortung für ein Ende der seit zwei Wochen andauernden Unruhen in den Palästinenser-Gebieten zugewiesen. Jagland hält sich derzeit in Israel auf. In Tel-Aviv sagte er der norwegischen Nachrichtenagentur NTB, Norwegen habe beide Seiten um ein Ende der Gewalt gebeten, Israel habe jedoch die größte Verantwortung, "weil es die meiste Macht in den Händen hält". Deshalb müsse sich Israel in dem Konflikt auch stärker zurückhalten. Jagland will am Donnerstag Israels Ministerpräsident Ehud Barak und Palästinenser-Präsident Jassir Arafat treffen.

Jagland sagte, er bringe keine neuen Vermittlungsvorschläge mit. Es lägen eine Reihe von Kompromissvorschlägen auf dem Tisch, wie die Situation gelöst werden könne. Der wichtigste Vermittler sei derzeit zweifellos UNO-Generalsekretär Kofi Annan. "Bis zum Wochenende muss etwas geschehen. Es würde schlecht aussehen, wenn Annan ohne Erfolg abreisen müsste", sagte Jagland. Annan vermittelt seit Montag zwischen Israel und den Palästinensern, um eine Übereinkunft zur Beendigung der Gewalt zu erreichen. Bei den schlimmsten Unruhen seit Jahren wurden bislang mindestens 93 Menschen getötet.

Der norwegische Rundfunksender NRK berichtete, einer der Vermittlungsvorschläge sei ein Nahost-Gipfeltreffen in Norwegen. Regierungsvertreter sagten jedoch, der Vorschlag stamme nicht aus Oslo. In der norwegischen Hauptstadt hatten palästinensische und israelische Vertreter 1993 in Geheimverhandlungen die Grundlage für die Aufnahme der Friedensgespräche gelegt.

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