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Notenbanksitzung lässt Anleger kalt

Ach ja! Da war doch noch was? Die Notenbanksitzung, die, wohlgemerkt, niemanden wirklich interessiert. An der Wall Street rechnen Marktteilnehmer mit keiner Veränderung der Zinsen.

Wahrscheinlich wird die Notenbank ebenfalls an der Haltung zu einer Zinsanhebung festhalten. Sollte Greenspan die Haltung auf "neutral" zurücknehmen, könnten endlich wieder die Bullen das Lenkrad übernehmen. Die Wahrscheinlichkeit, dass dies passiert, ist jedoch ziemlich gering. So vermutet Goldman Sachs, dass die konjunkturelle Abkühlung nicht von Dauer sein wird. Nach einem BIP von 2,8 Prozent im dritten Quartal, sei im vierten Quartal wieder mit einem BIP von 3,8 Prozent zu rechnen.



Am Lenkrad sitzt leider an diesem Dienstag nicht nur Greenspan, sondern auch eine größere Ertragswarnung. Die negative Nachrichtenwelle bei Xerox nimmt kein Ende. Der Kopiergeräte Hersteller warnt nun, dass das Ergebnis im dritten Quartal mit einem Verlust von 15 bis 20 Cents pro Aktie abschliessen wird. Erwartet wurde ein Gewinn von 12 Cents pro Aktie. Die Nachfrage in Nordamerika und Europa verlief ausgesprochen schleppend, vor allem im September. Zudem leidet der Konzern zunehmend unter dem harten Wettbewerbskampf und dem schwachen Euro. Im vorbörslichen US-Handel notiert der Wert rund 15 Prozent schwächer. Die Aktie hat alleine in diesem Jahr zwei Drittel des Wertes abgegeben. Anhaltende Schwierigkeiten mit der Reorganisierung des Vertriebs, hoher Personalwechsel in der Managementebene und Kreditschieflagen in Mexico verhageln schon seit Monaten den Kursverlauf. "Um die Probleme zu lösen, müssen Bereiche verkauft, Kosten deutlich reduziert und die Dividende in Frage gestellt werden", so Vorstand Paul Allaire.



Wäre da noch eine Aktie, die heute an der Wall Street wohl eher "out" sein dürfte?Das Brokerhaus Lehman Brothers stuft die Aktien von DaimlerChrysler lediglich mit "halten" ein. Das Kursziel liegt bei 43 Euro. J.P. Morgan setzt den Wert ebenfalls nur auf "halten". Das Ziel sehen die Experten aber wenigestens bei 50 bis 52 Euro.



Bei den High-Techs stehen heute morgen einige Werte auf den Empfehlungslisten. So wird EMC bei der ABN Amro mit einem Kursziel von 135 Dollar empfohlen. Big Blue IBM steht wiederum bei Paine Webber mit einem Kursziel von 140 Dollar auf der Empfehlungsliste. Nach den herben Verlusten bei Broadvision, könnte die Aktie heute von der Investment Bank Spencer Clarke profitieren. Die dortigen Analysten empfehlen den Wert zum "aggressiv kaufen", mit einem zwölf bis 18 Monats-Kurziel von 90 Dollar. Werte aus dem Telecom-Bereich sollten durch eine Analystenkonferenz bei der Investment Bank Goldman Sachs profitieren. Heute mit von der Partie ist neben America Online auch Viacom, Walt Disney, Comcast und AT&T.



Zwei Nasdaq-Werte dürften heute im Verlauf anziehen: Corel und Abgenix. Der Softwareriese Microsoft investiert 135 Millionen Dollar in das kanadische Software-Unternehmen Corel. Die Aktien von Corel haben in diesem Jahr rund 76 Prozent an Wert verloren. Investoren hatten Bedenken, dass dem verlustreichen Unternehmen das Geld ausgehen würde. Corel ist Anbieter der WordPerfect und CorelDraw Software. Der Biotech-Wert Abgenix wird wiederum von einem Durchbruch im Bereich der Antikörperentwicklung zur Behandlung von Krebskrankheiten profitieren. Das Produkt, dessen Zulassung nun bei der Gesundheitsbehörde beantragt wurde, ist mit Pfizer entwickelt worden. Bei Oracle beginnt heute eine Analystenkonferenz. Bei einem gestrigen Dinner äußerte sich der Vorstand bereits positiv zu dem Geschäftsverlauf. Ein Analyst geht davon aus, dass das Umsatzwachstum bei Oracle alle bisherigen Rekorde brechen sollte. Das dritte Quartal scheint in einer sehr guten Verfassung gewesen zu sein. Und auch in der Pipeline, also der Zukunft, sei keine negative Veränderung zu beobachten. Ein kurzer Blick zurück: Gestern wurden die Aktien des Biotechwertes MedImmune durch eine Abstufung der Banc of America schwer getroffen. Die Umsätze des Kassenschlagers Synagis scheinen abzukühlen. Die Nachfrage in Europa sei nicht robust genug, um die nachlassende Nachfrage in den USA auszugleichen. Die Abstufung von "kaufen" auf "halten" kostete die Aktien im Handelsverlauf über 20 Prozent. Eigentlich erstaunlich, dass der gleiche Analyst noch am 25. September auf der Banc of America Investment-Konferenz gerade diesen Biotechwert zum Kauf empfohlen hatte. So können sich die Zeiten ändern. Nur sieben Tage später und schon ist das Unternehmen nur noch haltenswert! Ein ähnlich merkwürdiger Analystenkommentar traf gestern die Aktien von i2Technologies. Ein Analyst der Credit Suisse empfahl die Aktie zum "Kauf", warnte in der Studie jedoch vor der hohen Bewertung!? Der Mann schein ein grosser Fan der "süss/sauren" Küche zu sein. Der Wert i2 wird heute morgen von der ABN Amro mit einem Ziel von 200 Dollar zum Kauf gestellt.

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