Notstand in Washington - Dacheinsturz in New Jersey: Schneesturm tobt an Ostküste der USA

Notstand in Washington - Dacheinsturz in New Jersey
Schneesturm tobt an Ostküste der USA

Ein gewaltiger Schneesturm hat das öffentliche Leben an der mittleren und nördlichen Ostküste der USA weitgehend lahm gelegt. Binnen kurzer Zeit fiel allein in Washington am Sonntag mehr als ein halber Meter Schnee. In der Bundeshauptstadt sowie in den Staaten Maryland, Pennsylvania und Virginia wurde der Notstand ausgerufen. Die Bürger wurden aufgefordert, nur dann ihre Autos zu benutzen, wenn es absolut nötig sei.

HB/dpa WASHINGTON. Auch New York und der Bundesstaat New Jersey waren betroffen: Hier sowie für Connecticut wurde eine Blizzard-Warnung ausgegeben, nachdem die Schneeberge binnen weniger Stunden auf über 40 Zentimeter angewachsen waren. Bis Dienstagmorgen wurden weitere 30 Zentimeter erwartet. Nach Angaben von Meteorologen handelt es sich um den schwersten Schneesturm seit 150 Jahren, "vielleicht sogar den schlimmsten, den es jemals gegeben hat".

Mindestens zwölf Menschen kamen bei schneebedingten Verkehrsunfällen ums Leben. In Edison (New Jersey) stürzte das Dach eines Ausbildungszentrums mit einer Cafeteria unter der Schneelast ein und begrub 15 Menschen. Einer von ihnen starb, vier wurden verletzt. Mehrere große Flughäfen, darunter der New Yorker Airport La Guardia, und zahlreiche Eisenbahnlinien mussten geschlossen werden. In vielen Gebieten gab es auch keinen Busverkehr mehr. Tausende Menschen saßen zu Hause ohne Stromversorgung fest. "So etwas habe ich noch nicht erlebt", stöhnte die 81-jährige Carla Moss in Washington.

Insgesamt türmte sich im Nordosten der Schnee stellenweise bis zu einen Meter hoch auf, an manchen Orten sorgte starker Wind sogar für zwei Meter hohe Verwehungen. Ein Verkehrschaos blieb am Montag aber aus: Wegen des Feiertags Presidents' Day waren Behörden und Schulen ohnehin geschlossen, so dass viele Menschen daheim bleiben und Schnee schippen konnten.

Bereits am Sonntag hatte Washington weitgehend einer Geisterstadt geglichen. Schneepflüge und Räumungsmannschaften kamen trotz massiven Einsatzes nicht gegen die weiße Pracht an. Zwei der drei Hauptflughäfen in der Region mussten ganz schließen, der dritte Airport konnte nur noch eine Start- und Landebahn offen halten.

Die meisten Geschäfte und Einkaufszentren sowie Museen blieben auch am Montag geschlossen. Schulen und Universitäten im Großraum Washington sagten vorläufig alle Aktivitäten ab. Busse verkehrten in Washington nur noch auf den Hauptstraßen, im U-Bahnnetz gab es stundenlange Verzögerungen.

Präsident George W. Bush musste wegen der sich ständig verschlechternden Wetterbedingungen früher als geplant von seinem Wochenendaufenthalt in Camp David (US-Staat Maryland) zurückkehren. Er kam mit dem Auto, da die schlechten Sichtverhältnisse den üblichen Hubschrauberflug zu gefährlich machten.

Die massive Schneefront hatte sich am Freitag entwickelt, als ein Tiefdruckgebiet auf kalte Luft aus Kanada stieß. In Washington schneite und graupelte es ohne Unterbrechung vom frühen Samstagmorgen bis weit in den Montag hinein. Für die nördlicheren Gebiete wurde Erleichterung erst für Dienstag vorausgesagt.

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