Notwendige Stabilisierung der Rentenkasse
Müntefering gegen Rente mit 67

SPD-Fraktionschef Franz Müntefering hat sich gegen die Rürup-Pläne einer Rente mit 67 ausgesprochen. "Was soll das bringen, wenn wir über 67 Jahre reden und faktisch hören die Menschen mit 59 oder 60 Jahren auf", sagte Müntefering am Mittwochabend in der ARD-Sendung Gabi Bauer.

HB/dpa BERLIN. Spätestens Ende des Jahres müsse man über die notwendige Stabilisierung der Rentenkasse intensiv reden. "Auch nach Verabschiedung der Agenda 2010 werden die Reformen weitergehen", kündigte der Fraktionschef an.

Der Vorsitzende des Sozialverbandes VdK, Walter Hirrlinger, sprach sich unterdessen gegen eine Verschiebung der zum 1. Juli 2004 fälligen Rentenerhöhung aus. Zugleich sagte er der in Erfurt erscheinenden Tageszeitung "Thüringer Allgemeine" (Donnerstag), Unternehmen dürften sich nicht weiter über Vorruhestand und Frühverrentung sanieren. Die Vorruhestandsregelungen müssten revidiert werden, da sie nicht dazu beigetragen hätten, die Arbeitslosigkeit zu senken. Statt einer Heraufsetzung des Rentenalters werde eine Anhebung des tatsächlichen Renteneintrittsalters gebraucht.

Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) und sein nordrhein- westfälischer Amtskollege Peer Steinbrück (SPD) sprachen sich ebenfalls für die Beibehaltung des Renteneintritts mit 65 aus. Koch sagte am Mittwochabend in der ZDF-Sendung "Was nun, Deutschland?": "Für die nächsten zehn Jahre ist jedenfalls jede Diskussion über mehr als 65 Illusion, wenn wir im Augenblick auf 58 zugehen." Steinbrück sagte, es sei wichtig, das bisherige Rentenalter "überhaupt faktisch zu erreichen.

Angesichts wachsender Finanznöte der Rentenkassen müssen sich die 18 Mill. Rentner im kommenden Jahr möglicherweise auf eine Nullrunde einstellen. Die Bundesregierung prüft, die zum 1. Juli 2004 fällige Rentenerhöhung ein halbes Jahr zu verschieben, bestätigte das Sozialministerium am Mittwoch.

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