Novartis: langfristige Investition
Schweizer Pharmagiganten rücken zusammen

Zusammenrücken in der Schweizer Pharmaindustrie: Der Novartis-Konzern hat sich mit 20 % am Konkurrenten Roche beteiligt. Es handle sich um eine langfristige finanzielle Investition von strategischer Ausrichtung, gab Novartis am Montag bekannt. Unter anderem wolle man ein Investment der Konkurrenz verhindern.

ap/rtr BASEL. Novartis kaufte das Paket von 32 Mill. Inhaberaktien der Roche von der BZ Gruppe Holding des Financiers Martin Ebner, wie es in der Mitteilung weiter heißt. Dies entspricht 20 % der stimmberechtigten Roche-Aktien. Novartis-Präsident und-Konzernchef Daniel Vasella wird mit der Aussage zitiert, bei Novartis handle es sich um die am besten passende Käuferin des Roche-Pakets. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sei mit dem Management von Roche nicht über eine Zusammenarbeit gesprochen worden. "Wir hoffen jedoch, dass sich eine solche mit der Zeit finden lässt, da Roche über gute langfristige Geschäftspraktiken verfügt", erklärte Vasella.

Roche erinnerte daran, dass die stimmrechtsverbundene Aktionärsgruppe der Familien Hoffmann und Oeri-Hoffmann mit einem ausgewiesenen Anteil von 50,1 % der Inhaberaktien und Stimmen nach wie vor die bedeutendste Aktionärin sei. Über ein Zusammenrücken von Novartis und Roche wird seit längerer Zeit spekuliert. Roche kämpfte in der jüngsten Zeit mit schleppenden Umsätzen in der Pharmadivision. Vergangene Woche wurde in den Medien über einen bevorstehenden Abbau von mehreren tausend Stellen spekuliert.

Auch für den Roche-Konzernchef Franz Humer ist dies nicht der erste Schritt zu einer Fusion. "Wir haben einen Wechsel bei einem der Aktionäre. Abgesehen davon ändert sich für uns nichts", sagte Humer. Er nannte den Beteiligungserwerb durch Novartis ein langfristiges finanzielles Investment in Roche. Auf die Frage, ob es sich dabei um den ersten Schritt zu einer Totalverschmelzung handelt, sagte Humer: "Nein".

Humer sagte weiter auf die Frage, ob er eine Fusion begrüssen würde: "Ich denke, diese Frage steht zu diesem Zeitpunkt nicht im Raum".

Humer bekräftigte, dass Roche das organische Wachstum vorantreiben wolle und weiter offen sei für Akquisitionen, strategische Allianzen und Möglichkeiten zur Hereinlizensierung von Produkten. Roche könne mit Novartis dort kooperieren, wo es Sinn mache. Die Beteiligung des Konkurrenten sei aber so zu betrachten, wie bei anderen potenziellen Partnerunternehmen in der Pharmaindustrie auch.

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